Rostock : Retter geben Nachhilfe

Sie machen es vor: Jürgen Richter, Geschäftsführer des DRK Rostock, Dr. Cornelius Kasch, Notarzt der Uniklinik, und Michael Ebert, Leiter der Polizeiinspektion.
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Sie machen es vor: Jürgen Richter, Geschäftsführer des DRK Rostock, Dr. Cornelius Kasch, Notarzt der Uniklinik, und Michael Ebert, Leiter der Polizeiinspektion.

DRK und Polizei animieren im Einkaufscenter dazu, die Kenntnisse für Notfallsituationen aufzufrischen.

svz.de von
19. November 2014, 10:00 Uhr

„Wenn ein Unfall passiert, sind vor allem die ersten Minuten oder gar Sekunden danach entscheidend“, erklärt Michael Ebert, Leiter der Polizeiinspektion Rostock. Im Jahr 2013 ereigneten sich in Rostock insgesamt 5876 Verkehrsunfälle, das macht im Schnitt 16 Unfälle pro Tag, bei denen jeder Rostocker in die Situation kommen kann, Erste Hilfe leisten zu müssen.

„Die Bereitschaft zu helfen, ist definitiv da“, versichert Ebert aus eigener Erfahrung an Unfallorten. „Doch viele wissen nicht – oder nicht mehr genau –, was zu tun ist.“ Aus diesem Grund haben Polizei und Deutsches Rotes Kreuz (DRK) Rostock gestern von 10 bis 18 Uhr im Kröpeliner-Tor-Center Menschen dazu animiert, ihr Wissen über Erste Hilfe wieder aufzufrischen. Die bundesweite Kampagne „Der Zweite Erste-Hilfe-Kurs“ soll nicht nur dafür sorgen, dass die schnell in Vergessenheit geratenden Kenntnisse wieder abrufbar sind. Das Auffrischen der Erste-Hilfe-Handgriffe sei auch deswegen so wichtig, „da sich einige Richtlinien in den vergangenen zehn Jahren geändert haben“, erklärt Dr. Cornelius Kasch, Chirurg und Notarzt in der Uniklinik. „Wer also 2004 seinen Führerschein und den DRK-Kurs gemacht hat, ist heute schon nicht mehr auf dem neuesten Stand“, so Kasch.

Generell sei es jedoch am wichtigsten, keine Scheu davor zu haben, bei der Ersten Hilfe eventuell etwas falsch zu machen oder Unfallopfer noch mehr zu verletzen, betonen sowohl der Notarzt als auch Jürgen Richter, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Rostock. „Selbst wenn die Erste Hilfe nicht ganz korrekt angewendet wird, ist doch das Wichtigste, dass die Vitalfunktionen wiederhergestellt werden“, macht Richter deutlich. „Für vermeintlich falsche Hilfeleistung kann niemand belangt werden, für unterlassene jedoch schon“, so Richter.

Eine Gesetzgebung zur regelmäßigen Wiederholung des Kurses halten die Verantwortlichen jedoch für wenig sinnvoll. „Das würde nicht zwangsläufig Erfolge bringen“, sagt Polizeichef Ebert, denn „die Bereitschaft der Leute, zu lernen und zu helfen, muss auch da sein“, fügt er hinzu.

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