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Norddeutsche Neueste Nachrichten

12. Dezember 2017 | 07:41 Uhr

Kriminalität : Rentner schützen sich vor Betrügern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostocker Pflegestützpunkt veranstaltet Seniorensicherheitstag im Rathaus.

svz.de von
erstellt am 18.Sep.2014 | 10:00 Uhr

Enkel-Trick, Abo-Falle oder Kaffeefahrt – Senioren werden auf vielen Wegen hinters Licht geführt und abgezockt. Durch ihre Leichtgläubigkeit und Unsicherheit lassen sie sich schnell von Betrügern übers Ohr hauen. Damit die älteren Menschen sicherer im Umgang mit solchen Maschen werden, hat der Pflegestützpunkt gestern Rentner zu einem Seniorensicherheitstag eingeladen. „Wir haben gemerkt, dass der Bedarf an Aufklärung bei den Senioren groß ist“, sagt Petra Kirsten, Sozialberaterin des Pflegestützpunktes. Sie ist sonst für die Pflegeberatung zuständig und kennt die Sorgen der älteren Bevölkerung gut.

Wie Rentner gerade in Situationen, in denen sie unter Druck stehen, am besten reagieren, erklärte den 30 Teilnehmern Matthias Wins, Jurist der Verbraucherzentrale. Gerade bei Haustür- oder Straßengeschäften lassen sich Rentner schnell darauf ein, Verträge zu unterzeichnen. „Unterschriften haben immer irgendwelche Folgen“, sagt er. Aus diesem Grund empfiehlt Wins, nur zu unterschreiben, wenn sie den Vertrag genau durchgelesen haben oder er von einer dritten Person geprüft wurde. „Sie sollten immer genau hinsehen und sich die Zeit nehmen, das Kleingedruckte zu lesen“, ergänzt der Jurist. Bei übereiltem Handeln könne es teuer werden.

Wins weist auch darauf hin, dass ältere Menschen, die sich allein fühlen, sich nicht vorschnell auf kostspielige Partnervermittlungen einlassen sollten. Oftmals würden nur so genannte Freizeitpartner vermittelt. „Die Agenturen haben dadurch aber keinerlei Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden und nehmen einfach das Geld“, so der Berater von der Verbraucherzentrale. Wenn den Rentnern erst später auffällt, dass es sich um ein dubioses Geschäft gehandelt hat, mahnt Wins an, unbedingt die Zahlungen zurückzuhalten: „Überweisen sie den geforderten Betrag, ist das Geld schnell und unwiederbringlich im Ausland.“ Zahlungen über das Internet empfiehlt er über Trusted Shops. „Paypal gibt hingegen keine Garantie“, sagt Wins. Auch am Telefon sollten sich Senioren nicht in so genannte Ja-Schleifen verwickeln lassen, bei denen sie Fragen nur mit „Ja“ beantworten. Das führt zu schnellen Kaufbestätigungen, die am Ende für Probleme sorgen.

Neben der Verbraucherzentrale boten gestern auch Berater der Kriminalpolizei Rostock den Senioren Unterstützung beim Erkennen von Betrugsmaschen an.

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