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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 20:34 Uhr

Fischereihafen Rostock : Rekordmarke erneut bestätigt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der Fischereihafen schlägt 1,3 Millionen Tonnen um. Vor allem Holz geht über die Kaikanten. Weitere Investitionen werden angesteuert.

svz.de von
erstellt am 16.Dez.2015 | 11:30 Uhr

Auch in diesem Jahr wird der Rostocker Fischereihafen (RFH) wieder mehr als eine Million Tonnen Güter umschlagen. Zum dritten Mal in Folge, können Hafenchefin Daniele Priebe und Ronald Schulz, RFH-Leiter Hafenwirtschaft, berichten. Gegenwärtig stehen 1,23 Millionen zu Buche und mit 1,3 Millionen sei bis Jahresende zu rechnen. Auch zu den Festtagen gibt es hier kaum Ruhepausen. Dabei, so betonen die Manager, sei auch das Betriebsergebnis gut, zahle sich die hohe Leistung auch aus.

Es ist vor allem Holz, was in Marienehe über die Kaikanten geht. 850 000 Festmeter werden es bis Jahresende sein. „Wir haben die Million nicht ganz geschafft“, merken Steffen und Hans Borstel an, deren Firma HBR Wood Logistik die Transporte koordiniert. Nahezu täglich löscht ein Schiff hier seine Holzfracht, steuern zwei Güterzüge vor allem das Zellstoffwerk Stendal mit diesen Rohstoffen an. Zwischenzeitlich zeichnete sich eine noch größere Umschlagmenge ab, im zweiten Halbjahr ebbte das Aufkommen aber ein wenig ab, war in den Werken Holz aus den heimischen Forstbetrieben aufzuarbeiten. „Das ermöglichte uns, ein wenig zu verschnaufen, notwendige Gleisreparaturen und weitere Instandhaltungsarbeiten durchzuführen“, erklärt Schulz.

Der kleine kommunale Nischenhafen hat seine gegenwärtigen Kapazitätsgrenzen erreicht, musste bei Technik und Personal zulegen. In den vergangenen beiden Jahren wurden 15 Mitarbeiter neu eingestellt, in Aus- und Weiterbildung investiert. Und nun soll auch eine neue stärkere Lok die Leistungskraft erhöhen.

Es ist aber nicht nur Holz, was hier umgeschlagen wird. Zur Gut-Arten-Palette gehören unter anderem auch Dünger, Steine, Wasserglas, Braunkohle, Getreide und Roheisen. Im Kühlhaus, das gerade jüngst seine Zertifizierung nach der International Food Standard Logistics (IFS) bestätigt bekam, wird zudem auch weiterhin Fisch eingelagert. In diesem Jahr gingen hier etwa 4500 Tonnen über die Kais – zwei Schiffe löschten gerade dieser Tage ihre kulinarische Fracht. Der Hafen ist zudem auch Basis für einige Forschungsschiffe sowie für die Offshore-Aktivitäten von 50 Hertz Transmission. Die Vorrichtung für das Aufspulen der langen Kabel wurde zwar zurückgebaut, die Hallenkapazitäten des Übertragungsnetzbetreibers werden aber nun erweitert. Eine Kaihalle wurde bereits umgebaut und ermöglicht mit ihrem Lego-Bauprinzip den separaten und effektiven Umschlag insbesondere von Düngemitteln. Die zuvor hier tätigen Technikfirmen nutzen inzwischen einen Neubau am Fischerweg.

Weitere Investitionen wurden auf den Weg gebracht. Sie betreffen einmal den Liegeplatz 27 – den Lückenschluss zwischen den Firmen Rosoma und Alba Nord, sowie die Liegeplätze 4 und 5 im alten Hafen und operative Stückgutflächen. Insgesamt Vorhaben für mehr als sieben Millionen Euro, die gegenwärtig die Notifizierung durch die EU durchlaufen. Im Fischereihafen wird damit gerechnet, dass das noch im Dezember abgeschlossen wird. Der Ausbau des Liegeplatzes 27 soll im nächsten Jahr beginnen, die beiden anderen Projekte dann bis 2018 folgen. Das Areal um den Lidl-Einkaufsmarkt – seinerzeit wegen der notwendigen Bedienung von Altschulden veräußert – konnte aus einer Versteigerung zurückerworben werden.

In Sachen Altschulden ist inzwischen ein Ende abzusehen – bis 2020, so die Hafenchefin, schmälern sie aber noch den Gewinn. Für 2016 hat sich der Fischereihafen vorgenommen, die bisherigen Umschlagergebnisse weiter zu bestätigen. Auch die HBR Wood Logistik, wo im Januar Steffen Borstel (38) die Betriebsführung vom Senior Hans Borstel (73) übernahm, will das bisherige Ergebnis mit etwa 900 000 Festmeter wiederholen und ausbauen. Dabei wird auf das gute Miteinander mit dem Hafen und auf Partner wie die Salzburger Eisenbahn Transportlogistik und die Umschlagsfirma Seemann Handel Transport und Logistik gesetzt. Wenn sie die Million knacken, könne er ja gehen, meint der versierte Hafenfachmann Hans Borstel schmunzelnd zu seinem Sohn. Wer ihn kennt, weiß, dass er in der zweiten Reihe aber noch gerne weiter mitmischt.

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