zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Oktober 2017 | 13:27 Uhr

Rostock : Reich an Ideen – nur das Geld fehlt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ein mittlerweile gängiges Modell: Rostocker Musiker will per Crowdfunding die Produktion seines neuen Albums finanzieren

von
erstellt am 08.Feb.2015 | 00:00 Uhr

Der kreative Prozess ist nur die halbe Miete. Wenn es darum geht, die eigene Musik zu veröffentlichen, gibt es für Künstler eine nicht zu unterschätzende Hürde: die Finanzierung. Denn anders als bei jenen Bands und Sängern, die bereits bei einer Plattenfirma unter Vertrag sind, müssen noch unbekannte Musiker Aufnahme und Pressung selbst finanzieren. Was aber, wenn das dafür nötige Geld nicht vorhanden ist?

Ein Gedanke, mit dem sich auch der Rostocker Musiker Johann Pätzold herumgeschlagen hat. Ein neues Projekt schwirrt ihm im Kopf herum, wartet nur darauf, endlich angegangen zu werden. Die Pläne sind groß, das zur Verfügung stehende Budget hingegen klein. „Ich möchte meine Kompositionen mit Orchestermusikern an ungewöhnlichen Orten einspielen“, erklärt Pätzold. Vorstellbar seien der Bunker, Fabrikhallen, Mehrzimmerwohnungen oder auch der Maschinenraum eines Schiffes. Die unterschiedlichen Halleffekte in den Räumen sind es, mit denen Pätzold experimentieren möchte. Der Entstehungsprozess soll mit der Kamera dokumentiert werden. „Bei den Stücken soll es Besetzungen von einem bis zu 50 Musikern geben“, sagt Pätzold. Dabei will er sowohl die klassische Orchesterbesetzung als auch ungewöhnliche Arrangements ausprobieren wie beispielsweise ein Ensemble aus Schlagzeugen. „Ich möchte die gesammelte Inspiration umsetzen, die Ideen und alternativen Konzepte, die mir im Kopf herumgehen“, sagt der Rostocker.

Ein ambitioniertes Vorhaben, für dessen Umsetzung dem freischaffenden Musiker jedoch die finanziellen Mittel fehlen. Darum versucht er nun, per Crowdfunding oder auch Schwarmfinanzierung die nötige monetäre Ausstattung aufzutreiben. Dabei wirbt er auf einer Internetseite, auf der sich unterschiedlichste Projekte präsentieren, um Unterstützung. Wem die Idee gefällt, der kann einen Geldbetrag dafür zur Verfügung stellen und bekommt eine Dankeschön-Gegenleistung. So hofft Pätzold, das Geld für die Produktion seines neuen Albums zusammenzubekommen.

Crowdfunding als Modell zur Finanzierung kulturell-künstlerischer Projekte gerade im Bereich Musik ist längst kein Geheimtipp mehr. Nach diesem Prinzip ging der amerikanische Musiker und Produzent Brian Camelio online. Im Internet schuf er eine Plattform, auf der Musiker Geld für die Produktion eines Albums einwerben konnten. Nach Europa schwappte das Phänomen mit Sellaband über, einer 2006 in Amsterdam gegründeten Firma. Believer, Supporter oder Fans – also all jene, die an ein Projekt glauben – können sich online für eine finanzielle Unterstützung registrieren. Das Geld wird so lange von einem Treuhänder verwaltet, bis die angestrebte Summe erreicht ist. Erst dann wird es ausgezahlt. Sollte das Ziel nicht erreicht werden, erhält der Künstler nichts. Je nach Internet-Plattform bekommen die Believer ihr Geld zurück oder können es in andere Projekte investieren.

Bislang hat Pätzold unter seinem Künstlernamen Secret of Elements vor allem im elektronischen Bereich gearbeitet, dabei aber auch immer wieder Instrumentales einfließen lassen. Seine Musik ist atmosphärisch, soll sowohl ein junges als auch ein reiferes Publikum ansprechen. „Darum sind meine Konzerte immer ein Experiment, ein Balanceakt zwischen Klassik und Moderne“, erklärt der Komponist. So komponierte er beispielsweise für Inszenierungen der Tanzcompagnie des Volkstheaters. Im vergangenen Jahr gründete Pätzold das Label Gleichklang Recordings, nahm Künstler unter Vertrag. „Leider blieb dadurch die Arbeit an meiner eigenen Musik auf der Strecke. Das soll sich unbedingt wieder ändern“, betont Pätzold. 5000 Euro will er per Crowdfunding dafür auftreiben. Und damit das Ziel nicht aus den Augen gerät, hat der Musiker auch einen Termin für die Veröffentlichung des neuen Albums festgelegt: den 6. Januar 2017.  

Im Internet: www.secretofelements.de; direkt zum Projekt: www.startnext.com/soe-album

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen