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Lokführer streiken : Regionalbahnen bei Rostock fallen aus

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Sie sind Lokführer und Zugbegleiter, fahren auf Zügen der Deutschen Bahn, bekommen aber laut Gewerkschaft 20 Prozent weniger Gehalt als ihre Bahnkollegen. Am Mittwoch haben die Lokführer der Rostocker Straßenbahn AG gestreikt.

svz.de von
erstellt am 16.Apr.2014 | 17:25 Uhr

Weil Lokführer und Zugbegleiter streikten, sind am Mittwochvormittag im Raum Rostock sieben Regionalbahnen ausgefallen. Betroffen waren Züge auf den Strecken Tessin - Rostock - Wismar sowie Bad Doberan - Rostock - Graal-Müritz, wie die Deutsche Bahn AG mitteilte. Sie setzte insgesamt vier Ersatzbusse ein. Die Busse fuhren zwischen Tessin und Rostock, Wismar und Rostock sowie von Rostock nach Graal-Müritz. Ab 11.30 rollte der Verkehr wieder, sagte ein Bahn-Sprecher.

Das Personal streikte für eine bessere Bezahlung, wie der Vorsitzende des Bezirks Nord der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Hartmut Petersen, erläuterte. Die Lokführer und Zugbegleiter auf diesen Strecken sind bei der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) angestellt, die seit fünf Jahren als Dienstleister für die Deutsche Bahn fahre. Das Personal werde aber weiter nach dem Tarif für das kommunale Unternehmen bezahlt und bekomme rund 20 Prozent weniger als Beschäftigte der Deutschen Bahn AG. Der Vertrag laufe bis 2024.

Petersen zufolge wusste die RSAG vor der Übernahme der Strecken, dass ein wesentlich höheres Tarifniveau für das Zugpersonal gelte. Die Tarifverträge müssten einer für beide Seiten tragbaren Angleichung abgeschlossen werden. Der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky forderte die RSAG auf, schnellstens ein akzeptables Angebot vorzulegen. „Es liegt einzig an ihr, weitere Arbeitskämpfe zu verhindern.“  Die RSAG-Sprecherin Beate Langner sagte, die 31 Lokführer und 28 Kundenbetreuer im Bahn-Bereich würden nach dem Tarifvertrag für alle RSAG-Mitarbeiter entlohnt. Das hätten sie bei der Einstellung gewusst. „Eine Ungleichbehandlung innerhalb des Unternehmens wird es nicht geben“, sagte Langner. Zudem würde die Deutsche Bahn dem Rostocker Unternehmen nicht mehr als vertraglich vereinbart zahlen, wenn es die Gehälter der Bahn-Mitarbeiter erhöhen sollte.

Wie viele Reisende von dem Streik zwischen 8.15 Uhr und 11.00 Uhr betroffen waren, ist nicht bekannt. Mecklenburg-Vorpommern hat Ferien.

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