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19. November 2017 | 11:44 Uhr

Regionalbahn nach Rostock wird langsam schneller

vom

svz.de von
erstellt am 09.Jul.2013 | 05:52 Uhr

Rostock | 850 Millionen Euro investiert die Deutsche Bahn in die Strecke Rostock-Berlin und will dadurch unter anderem die Geschwindigkeit auf bis zu 160 Kilometer pro Stunde anheben. Doch für die Fahrgäste im Nahverkehr wird der Ausbau, der bis Ende des Jahres abgeschlossen sein soll, nur eine geringe Zeitersparnis bringen. Etwa sieben Minuten sollen es auf der Gesamtstrecke sein, wie Gisbert Gahler, ein Sprecher der DB Mobility Logistics AG, mitteilt. "Jedoch ist noch offen, was davon letztlich für die Züge des RE 5 an Fahrzeitgewinn tatsächlich umgesetzt werden kann", sagt der Bahn-Mitarbeiter. Denn: Mecklenburg-Vorpommern halte an den bisherigen Zwischenstopps der Züge fest, fordere sogar noch zusätzliche Stopps in Kratzeburg, Langhagen und Schwaan. Außerdem wolle das Land Anschlussbeziehungen an Knotenbahnhöfen wie Güstrow oder Neustrelitz beibehalten, wo die Züge jeweils zur halben oder zur vollen Stunde ankommen beziehungsweise abfahren. Folge seien längere Pausen des RE 5.

Welche Vorteile bringt der Ausbau der Strecke Rostock-Berlin also für die Reisenden im Nahverkehr? "Vor allem eine verbesserte Pünktlichkeit", sagt Gahler. In Zukunft sollen die Züge bereits früher im Bahnhof eintreffen und entspanntere Übergangszeiten ermöglichen, wie Juliane Schultz, Sprecherin des Infrastrukturministeriums MV, informiert. Außerdem verkürzten sich die Fahrzeiten auf Teilabschnitten deutlicher, insbesondere für Fahrgäste zwischen Neustrelitz und Berlin, wo es keine weiteren Knotenbahnhöfe gebe. Die wichtigsten Bahnverbindungen würden im Ein-Stunden-Takt bedient, die Linien im dünner besiedelten ländlichen Raum hingegen im Zwei-Stunden-Takt, so Schultz. Je nach Nachfrage werde der Takt während der Hauptverkehrszeiten und in Urlaubsregionen saisonbedingt verdichtet.

Für Reisende im Fernverkehr stellt sich die Situation anders dar. "Der ICE kann die Fahrzeitverkürzung voll nutzen, zumal er den kürzeren Streckenabschnitt über Laage nutzt", sagt die Ministeriumssprecherin. Gegenüber dem aktuellen Fahrplan sei hier mit einer Zeitersparnis von bis zu 18 Minuten zu rechnen. Das heißt: Züge im Fernverkehr sollen ab Juni 2014 von Rostock nach Berlin nur noch rund zwei Stunden benötigen. "Wir erhoffen uns von der Reisezeitverkürzung eine Belebung der Reisenden-Nachfrage und werden perspektivisch Chancen für mögliche Angebotsausweitungen prüfen", so Gahler. Für das Fahrplanjahr 2014 will die Bahn jedoch den bisherigen Umfang beibehalten. Ausweitungen zwischen Rostock und Berlin seien derzeit unter anderem wegen des anhaltenden Fahrzeug -Engpasses nicht möglich. Außerdem sei die Nachfrage nach Fernverkehrszügen zwischen Rostock und Berlin in den vergangenen Jahren verhalten gewesen, sagt der Bahn-Sprecher.

Neben der Zeitersparnis im Fernverkehr soll der Ausbau der Strecke Rostock-Berlin auch Vorteile für den Güterverkehr bringen. Denn die Achslast für Güterzüge wird damit auf 25 Tonnen erhöht. Dadurch verbesserten sich die Hinterlandanbindungen zum Seehafen Rostock weiter, der so ein Alleinstellungsmerkmal in Mecklenburg-Vorpommern bekomme, sagt Schultz. "Dies wird für die wirtschaftliche Entwicklung der Hansestadt Rostock von Vorteil sein."

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