Volkstheater Rostock : Reem singt zum Auftakt

Beim Bürgerdialog im Juli in Rostock: Kanzlerin Merkel versucht, Reem (M.) zu trösten. Am Wochenende sang das Mädchen zum Auftakt der Spielzeit am Volkstheater Rostock
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Beim Bürgerdialog im Juli in Rostock: Kanzlerin Merkel versucht, Reem (M.) zu trösten. Am Wochenende sang das Mädchen zum Auftakt der Spielzeit am Volkstheater Rostock

Spielzeit im Volkstheater Rostock mit zweitem Stapellauf gestartet: Palästinenser-Mädchen überrascht Gäste

svz.de von
27. September 2015, 21:00 Uhr

Mit einem überraschenden Gesangsauftritt des Palästinenser-Mädchens Reem Sahwil und einem siebenstündigen Programm ist am Sonnabend das Volkstheater Rostock in die neue Spielzeit gestartet. Der zweite von Intendant Sewan Latchinian in Szene gesetzte Stapellauf mit gleich drei Inszenierungen steht wie die gesamte Spielzeit unter dem Motto „Toleranz in religiösen und kulturellen Fragen“. Dabei sind alle Sparten des Theaters beteiligt.

Es beginnt mit dem Schauspielklassiker „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing. Es folgt das Ballett „Le sacre du printemps - Das Frühlingsopfer“. Den Abschluss bildet ein Programm mit Liebesliedern aus aller Welt.

Im Rahmen dieses Programmpunkts betrat am Samstagabend nach Angaben einer Sprecherin des Theaters die 14 Jahre alte Reem Sahwil die Bühne und sang das arabische Hochzeitslied „Von heute an...“. Die junge Palästinenserin hatte im Juli in einer „Bürgerdialog“-Veranstaltung in Rostock das Publikum gerührt, als sie vor Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Angst aussprach, abgeschoben zu werden.

Die Premiere des Stapellaufs war nach Angaben des kaufmännischen Geschäftsführers Stefan Rosinski ausverkauft. Der Stapellauf soll noch fünfmal aufgeführt werden.

Die gesamte erste Spielzeit Latchinians war geprägt von permanenten Querelen und öffentlich ausgetragenem Streit. Die Auseinandersetzung gipfelte in einer fristlosen Kündigung, die wieder zurückgenommen wurde. Es ist inzwischen etwas ruhiger geworden, die Probleme um Umstrukturierung und Finanzierung des Theaters oder auch um den geplanten Theaterneubau sind aber keineswegs vom Tisch. Die Theaterleitung hatte jüngst mehrere Vorschläge dazu eingereicht, bis Ende Oktober will die Stadtverwaltung darüber beraten.

Mit insgesamt 31 Neuproduktionen wollen Latchinian und die 270 Mitarbeiter des Volkstheaters neues Publikum anlocken. Es handelt sich dabei um 21 Premieren und zehn Philharmonische Konzerte. Es sollen mehr Kinder und Jugendliche für das Theater begeistert werden, mehrere Stücke seien auf sie zugeschnitten. Fünf Premieren sind im Musiktheater und vier im Tanztheater angesiedelt.

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