Rostocker Polizei sucht Zeugen : Rechter Angriff auf Mann aus Kamerun

26-Jähriger in Rostock verprügelt / Täter rufen ausländerfeindliche Parolen

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03. April 2015, 21:15 Uhr

Unbekannte haben in Rostock einen Mann aus Kamerun auf offener Straße niedergeschlagen – offenbar eine Straftat mit rechtsradikalem Hintergrund. Denn die Täter beleidigten ihr Opfer auch mit ausländerfeindlichen Parolen, wie die Polizei gestern berichtete. Der 26-jährige Afrikaner wurde verletzt, konnte sich aber selbst in Sicherheit bringen.

Es ist Karfreitag, kurz nach 5 Uhr morgens. Der Mann aus Kamerun ist im Nordwesten unterwegs. Er will nach Hause. Hinter dem Fußgängertunnel am S-Bahnhof Lütten Klein, nicht weit entfernt von der Stadtautobahn, kommen bisher unbekannte Männer auf ihn zu. Sie sind zu dritt, greifen den 26-Jährigen an und prügeln ihn auf den Boden. „Während die Täter auf ihr Opfer einschlugen, äußerten sie ausländerfeindliche Beleidigungen“, sagt Haupkommissar Martin Hogh von der Einsatzleitstelle des Polizeipräsidiums Rostock. Das hätten erste Ermittlungen der Kriminalpolizei noch am Karfreitagmorgen ergeben.


Polizei sucht Zeugen

Der Mann zieht sich mehrere Prellungen im Gesicht zu. Aber er rappelt sich nach dem Angriff der drei Täter wieder hoch und macht sich auf den Weg zur Polizei. Etwas mehr als einen Kilometer ist es bis zur nächstgelegenen Dienststelle, dem Revier Lichtenhagen in der Möllner Straße. Dort kümmern sich Beamte um den Afrikaner und rufen den Rettungsdienst. Der Notarzt versorgt den Verletzten schließlich ambulant.

Die Polizei hat Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung mit möglichem politischen Hintergrund aufgenommen und sucht Zeugen. Sie fragt: Wer hat am Karfreitag zwischen 5 und 5.15 Uhr Beobachtungen im Bereich des S-Bahnhofs Lütten Klein auf dem Radweg hinter dem dortigen Fußgängertunnel gemacht? Wer kann Hinweise zu den Tatverdächtigen machen? „Wir bitten Zeugen sich zu melden“, sagt Hauptkommissar Hogh von der Leitstelle. Hinweise nehmen das Polizeipräsidium Rostock unter Telefon 038208/ 888 22 22 sowie die Internetwache unter www.polizei.mvnet.de oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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