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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 02:00 Uhr

Rebeccas Peiniger droht Sicherungsverwahrung

vom

svz.de von
erstellt am 18.Apr.2013 | 10:01 Uhr

Rostock | Muss Rebeccas Peiniger für immer ins Gefängnis? Nach unseren Informationen beantragte der psychiatrische Gutachter gestern eine Sicherungsverwahrung für den 28-jährigen Mario B. Er wird beschuldigt, die 17-jährige Rebecca H. im Oktober 2012 in Rostock gekidnappt, mehrmals vergewaltigt und grausam geschlagen zu haben. Vor dem Rostocker Landgericht wurde im Prozess gestern neben dem psychiatrischen Sachverständigen auch der Bericht der Gerichtshilfe gehört.

Das Gutachten wurde auf Antrag des Verteidigers Henning Koehler unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgetragen. Der Stralsunder Psychiater Dr. Stefan Orlop soll darin für Mario B. die Sicherungsverwahrung beantragt haben, weil bei ihm keine Abkehr von Verbrechen zu erkennen sei.

Das wurde anschließend durch die zahlreichen Eintragungen im Bundeszentralregister bestätigt. Bereits 1999 verurteilte ihn das Amtsgericht Ribnitz-Damgarten wegen einer Vergewaltigung. Mario B. hatte im Chemieraum einer Barther Schule eine Klassenkameradin missbraucht. Da war er gerade 14 Jahre alt. Zu einer sexuellen Nötigung kam es kurze Zeit später. Auf dem Hauptbahnhof Rostock verfolgte er eine junge Frau, die in Richtung Südstadt ging. Er drehte aus seinem Gürtel eine Schlinge und warf sie ihr hinterrücks über den Kopf. Durch das Strammziehen der Schlinge kam sie zu Fall. Noch bevor er sich auf sie werfen konnte, trat sie ihm in den Schritt. Dadurch konnte sie sich befreien. Zahlreiche weitere Verurteilungen wegen Gewaltdelikten sind im Zentralregister festgehalten. Insgesamt saß der Angeklagte zehn Jahre in Haft.

Melanie W. von der Gerichtshilfe schilderte den Angeklagten als unauffälligen Menschen, der stets antwortbereit war. Wie durch ein Wunder hatte er die theoretische Prüfung zum Koch bestanden, die praktische nicht. Er wollte die Prüfung wiederholen, aber die Zwischenzeit "blau machen", was bei ihm Alkohol in Mengen und Kokain hieß. Der Führungsbericht der Justizvollzugsanstalt Waldeck enthält keine Beanstandungen. Mario B. sitzt dort in Einzelhaft. Er erhält keine Besuche. Die Plädoyers sollen am 23. April gehalten, das Urteil am 29. April verkündet werden.

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