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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 04:37 Uhr

Frauentag in Rostock : Raus aus der Dunkelziffer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rathaus und Universität organisieren Wanderausstellung zum Frauentag. Noch immer holen sich Gewaltopfer zu selten Hilfe #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 16.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Seit 1911 wird jährlich am 8. März der Internationale Frauentag gefeiert. Auch wenn sich in diesen mehr als 100 Jahren viel getan hat und die Gleichstellung von Männern und Frauen seit 1949 im Grundgesetz steht – „wir brauchen den Tag trotzdem noch“, sagt Brigitte Thielk. Seit 1990 ist sie die Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt. „Und wir haben viel erreicht, die Interventionskette greift gut ineinander“, sagt die Rostockerin. Dennoch würden sich immer noch viele Frauen, die Gewalt erleben, scheuen, Hilfe zu suchen. Eine Dunkelfeldstudie vom Innenministerium des Landes aus dem Jahr 2015 hätte ergeben, dass neun von zehn Fällen von häuslicher Gewalt oder Sexualstraftaten in MV nicht polizeilich erfasst würden, weil sich die Opfer nicht melden. „Dabei gibt es immer Wege aus der Gewaltspirale und wer kommt, dem können wir auch helfen“, sagt Brigitte Thielk. Anlässlich des Frauentages hat sie zusammen mit der Universität eine Wanderausstellung organisiert, die aus Kolumbien stammt und nach Leipzig und Madrid nun in Rostock gezeigt wird – erst im Rathaus und anschließend im Peter-Weiss-Haus. In der Schau „Derecho de voz(s). (Dein) Recht auf Stimme“ hat Fotograf Ricardo Pinzon Hildago 16 Schwarz-Weiß-Porträts von Menschen unterschiedlicher geschlechtlicher Identitäten angefertigt, die innerhalb des mehr als 50 Jahre andauernden bewaffneten Konflikts in Kolumbien Opfer von Gewalt geworden sind und nun Gesicht zeigen, ihre Stimme erheben und ihre Geschichten erzählen. „Sie zeigen auf, dass es ihr Recht ist, die Gewalt auszusprechen und anzuklagen“, sagt Brigitte Thielk. Sie hofft, mit der Ausstellung nicht nur die Gesellschaft aufzurütteln und zu sensibilisieren, bei Gewalt nicht wegzusehen, sondern auch, die Opfer dazu zu bewegen, sich Hilfe zu holen.

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