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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. Oktober 2017 | 01:56 Uhr

Galaktisch : Raumschiff-Basis: Laage im Rennen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

US-Luftfahrtbehörde Nasa und private Unternehmen suchen Flughafen für „Dream Chaser“ in Europa / Studie zeigt: Rostock ist geeignet

Landen Raumschiffe in einigen Jahren auf dem Rollfeld von Rostock-Laage? Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist auf der Suche nach möglichen Landeplätzen für neuartige Raumfahrzeuge. „Im vergangenen Jahr wurden etliche Vorstudien angefertigt, um in Deutschland Flughäfen zu finden, die formal dafür geeignet sind“, bestätigt Andreas Schütz, Sprecher des DLR. Dabei wurden einige Flugplätze als geeignet identifiziert – unter anderem Rostock-Laage. Neben zahlreichen Firmen für Raumfahrttechnik ist an dem Flughafen als einzigem Standort bundesweit mit dem Jagdgeschwader „Steinhoff“ auch die Ausbildung der Eurofighter-Piloten angesiedelt.

Untersucht wurden die Infrastruktur, die Auslastung des Flugverkehrs in dem speziellen Areal sowie die Auslastung des jeweiligen Flughafens. „Diese Rahmenbedingungen zur Schaffung eines Raumschifflandeplatzes treffen sicherlich zum Teil auf das Land Mecklenburg-Vorpommern zu“, so Schütz weiter. Die Endergebnisse der Untersuchung kenne er aber nicht. „Die Schlussfolgerungen über einen geeigneten Standort werden nicht von dem DLR getroffen, sondern vom US-Luftfahrtunternehmen Sierra Nevada Corporation (SNC) in Zusammenarbeit mit dem kommerziellen Anbieter der Raumfahrttechnik gezogen“, erklärt Schütz.

„Dass Raketen an einem Flughafen starten oder gar landen sollen, ist nicht möglich“, ist sich André Flohr, stellvertretender Vorsitzender des Förderkreises Luft- und Raumfahrt MV, sicher. Flohr ist in Laage beim Jagdgeschwader stationiert. Dafür sei das Land zu dicht besiedelt und der Startprozess berge ein zu hohes Risiko für die umliegenden Gemeinden. Infrage komme da eher ein Raumgleiter. „Wenn es gelingt, wiederverwendbare Raumschiffe zu entwickeln, dann wäre Laage schon eine Option. Diese würden ähnlich einem Flugzeug mit eigenem Fahrwerk landen können und somit nur eine Start- beziehungsweise Landebahn benötigen“, erklärt Flohr.

So eine Neuentwicklung ist der „Dream Chaser“ („Traumjäger“). Das private US-Luftfahrtunternehmen SNC entwickelt den Raumgleiter zusammen mit der Nasa. Im Januar 2014 hat sich auch die europäische Raumfahrtagentur (EAS) dem Projekt angeschlossen. Der „Dream Chaser“ soll ab 2017 Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS und zurück zur Erde fliegen sowie kritische Fracht in erdnahe Umlaufbahnen transportieren.

Laut Steffen Wehner, Sprecher des Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung MV, gebe es momentan „keine konkreten Anknüpfungspunkte zu möglichen Raumschifflandeplätzen“ in MV. „Zivile Raumgleiter sind kein aktuelles Thema, sondern ein Entwicklungsprojekt, das auf Jahrzehnte angelegt ist. Mitarbeiter der Landesregierung stehen regelmäßig in Kontakt mit dem DLR“, so Wehner.

Das Zentrum für Luft- und Raumfahrt habe lediglich eine Grundlagenstudie zu der Frage veröffentlicht, wie Raumgleiter in die bestehende Luftfahrtinfrastruktur eingebunden werden könnten. Diese Studie enthalte laut Wehner jedoch keinerlei Aussagen zu konkreten Standorten.


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