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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 21:06 Uhr

Räuber aus Evershagen verurteilt

vom

svz.de von
erstellt am 14.Feb.2013 | 10:43 Uhr

Rostock | Wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung hat das Landgericht Rostock gestern Paul B. (24) zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Sein Komplize Christian D. (27) erhielt eine Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren. In der Nacht des 28. Dezember 2010 hatten sie Jugendliche mit Fäusten und einem Messer angegriffen und Alkohol, Zigaretten und ein Handy von ihnen gefordert.

Mit den Worten "Draußen wird randaliert" holte Paul B. nach Mitternacht seinen Freund Christian D. in einem Wohnhaus in der Knud-Rasmussen-Straße aus dem Bett. Bevor sie den Hinterhof betraten, ging Paul B. noch einmal in seine Wohnung zurück und nahm ein Messer mit feststehender Klinge an sich, das er in die Hosentasche steckte. So ausgerüstet gingen sie zum Spielplatz, wo sich die 15- und 16-jährigen Jugendlichen Eric und Rico D. sowie Kristin K. aufhielten. In der Annahme, die Jugendlichen hätten mutwillig Sachbeschädigungen begangen, schlug Christian D. mehrmals mit der Faust auf Eric D. ein. Paul B. rief: "Ich schlitze Dich auf und steche Dir ein Auge aus." Dabei setzte er Rico D. sein Messer an den Bauch und später an die rechte Gesichtshälfte in der Nähe des Auges, wobei er den 15-Jährigen im Gesicht verletzte.

Die Jugendlichen konnten zunächst fliehen, aber die Angeklagten folgten ihnen. Jetzt forderten sie Alkohol und Zigaretten von den jungen Leuten, die aber nichts bei sich hatten. Plötzlich bemerkte Christian D. das Handy eines der Jugendlichen und verlangte es von ihm. "Ich habe es ihm nicht mit Gewalt abgenommen", verteidigte sich der Angeklagte. Der Vorsitzende Richter dazu: "Ja, nachdem Sie ihm fünf Faustschläge versetzt hatten."

Beide Angeklagte legten ein umfassendes Geständnis ab. Paul B. gab an, am Abend vor der Tat Bier und Wodka getrunken zu haben. Christian D. gestand, Cannabis geraucht und Amphetamine zu sich genommen zu haben. Aber von dem Messer seines Freundes habe er zunächst gar nichts gewusst. Beide Angeklagte hätten nicht unter einer erheblich verminderten Steuerungsfähigkeit gehandelt, sagte der Sachverständige der Rechtsmedizin der Universität Rostock. Auch zwei Jahre nach ihrem Überfall verfügten sie noch über ein gutes Erinnerungsvermögen an die besagte Nacht.

Das Gericht wertete die Tat als minderschweren Fall. Immerhin liege sie mehr als zwei Jahre zurück. Dafür könnten die beiden Angeklagten nicht verantwortlich gemacht werden. Die Tat war nicht geplant und die Beute gering. Paul B. kam zugute, dass er bisher nicht vorbestraft ist. Der Vorsitzende Richter untersagte ihm jedoch für die Zukunft, waffenartige Gegenstände bei sich zu tragen. Außerdem muss er sich jetzt einer ambulanten Suchttherapie unterziehen.

Anders sieht es mit Christian D. aus. Sein Bundeszentralregister zählt 13 Eintragungen, darunter sogar einschlägige Vorstrafen. Er muss auch noch mit dem Widerruf einer alten Bewährungsstrafe rechnen. Die Angeklagten nahmen das Urteil an.

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