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16. Dezember 2017 | 17:59 Uhr

Radweg für die Hundertmännerstraße?

vom

svz.de von
erstellt am 01.Aug.2013 | 05:44 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | Die Hundertmännerstraße soll in diesem Jahr nicht nur ausgebessert, sondern auch sicherer werden - und zwar speziell für Radfahrer. Das fordern Vertreter des Fahrradforums und des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Rostock. Als "unkomfortable Buckelpiste" bezeichnet der Vorsitzende des Rostocker Fahrradforums, Dr. Steffen Wandschneider (SPD), die Verbindungsstraße zwischen Saarplatz und Südstadt. Martin Elshoff, Vorsitzender des ADFC Rostock, wird noch deutlicher: "Der jetzige Zustand ist katastrophal." Er meint damit nicht nur die zahlreichen Schlaglöcher, sondern auch das Fehlen eines durchgehenden Radwegs. Beide sind sich einig: Der Zustand muss schnell geändert werden, schließlich wird die Straße jeden Tag von besonders vielen Fahrradfahrern, überwiegend Studenten, genutzt. "Durch den massiven Ausbau des Südstadt-Campus werden es auch immer mehr", sagt Elshoff. Er schlägt einen 1,50 Meter breiten Fahrradstreifen auf beiden Seiten vor. "Nur dann ist er auch sinnvoll."

Doch ohne Weiteres lässt sich das nicht umsetzen: Denn die Hundertmännerstraße ist insgesamt zu schmal. Trennt man auf beiden Seiten 1,50 Meter ab, bleiben nur noch 4,50 Meter. Die müssten sich dann Motorräder, Autos, Busse und Feuerwehrfahrzeuge in beide Richtungen teilen. "Und die Straße insgesamt zu verbreitern, ist illusorisch. Denn sie ist von vitalen Alleebäumen gesäumt, die unter besonderem Schutz stehen", sagt Heiko Tiburtius, Leiter des Tief- und Hafenbauamts.

Elshoffs Vorschlag, auf der Straße künftig nur noch Radfahrer, Busse und Einsatzfahrzeuge fahren zu lassen, hält Tiburtius ebenfalls für nicht machbar. "Es handelt sich um eine öffentlich gewidmete Straße. Autos und Motorräder kann man da nicht einfach verbieten", sagt der Leiter des Tiefbauamts. Außerdem habe die Hundertmännerstraße eine wichtige Verbindungsfunktion zwischen Kröpeliner-Tor-Vorstadt und Südstadt.

Doch es gibt noch weitere Vorschläge, wie die Sicherheit von Radfahrern verbessert werden könnte. Wandschneider zum Beispiel schlägt einen einseitigen Schutzstreifen vor - jeweils dort, wo die Radler den steilen Anstieg der Brücke meistern müssen. "Da überholen besonders viele Autos. Bergab sind die Radler dann ja wieder schneller."

Bausenator Holger Matthäus (Grüne) will eine Geschwindigkeitsbegrenzung in der Straße prüfen lassen und spricht sich für einen Radweg auf beiden Seiten aus. "Bei der vorhandenen Breite wäre dann eine verbleibende Restfahrbahn von 4,50 Meter ohne Mittelmarkierung umsetzbar." Tiburtius weist allerdings darauf hin, dass für Autofahrer die Sichtverhältnisse wegen der Kuppe auf der Brücke eingeschränkt sind. "Wenn sich dort zwei Autos entgegenkommen, die gerade Radler überholen, könnte es unter Umständen gefährlich werden." Im Moment sollen Planer prüfen, mit welchen Markierungen die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer gegeben ist.

Noch in diesem Monat soll der Hauptausschuss entscheiden und der Auftrag an eine Straßenbaufirma vergeben werden. Für den September ist die gesamte Baumaßnahme geplant. Etwa 100 000 Euro hat die Stadt dafür veranschlagt.

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