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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. Dezember 2017 | 17:03 Uhr

Extremismus in MV : Radikale in Rostocker Moschee

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Richtungskampf im islamischen Gotteshaus. Innenminister Caffier: Die Sicherheitsbehörden haben die Entwicklung im Blick

von
erstellt am 31.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Die Besorgnis in Rostock wächst. „Offenkundig versuchen radikale Kräfte die Oberhand in der Rostocker Moschee zu gewinnen“, befürchtete gestern der CDU-Kreisvorsitzende der Hansestadt, Daniel Peters. Immer wahrscheinlicher werde es, dass religiöse Extremisten und Fanatiker auch in Mecklenburg-Vorpommern Fuß fassen. Der CDU-Politiker stellte die Unterstützung für den geplanten Neubau einer Moschee für die Hansestadt infrage, „bis sichergestellt ist, dass Radikale und Extremisten auch seitens der islamischen Gemeinde aktiv und wirksam daran gehindert werden, ihre Botschaft des Hasses zu verbreiten.“

Seit Monaten würden verschiedene Schulen des Islam in der Moschee nebeneinander existieren, berichtete Rubén Cárdenas, Geschäftsführer des Rostocker Migrantenrats. Am vergangenen Freitag war die Situation eskaliert, als eine Gruppe mit einigen Radikalen in der Moschee eine Versammlung abhielt. Bei dem Treffen sei es darum gegangen, Vertreter dieser Gruppe in den Vorstand des Vereins Islamischer Bund zu entsenden, erklärte Cárdenas. Der Verein vertritt etwa 700 Muslime in der Hansestadt. Der Islamische Bund hatte als Betreiber der Moschee die Versammlung allerdings nicht genehmigt. Daraufhin kam es zu einer Auseinandersetzung, bei der eine Person leicht verletzt wurde. Die Polizei konnte den Streit mit einer Streifenwagenbesatzung schlichten. Zwei Anzeigen wurden wegen Hausfriedensbruchs und Körperverletzung gestellt. „Der Staatsschutz ermittelt“, sagte Synke Kern, Sprecherin des Landeskriminalamtes (LKA).

Nicht erst seit diesem Fall. Schon Mitte Mai landete bei den Behörden ein anonymes Schreiben, in dem ein Mitglied des Bundes in Rostock vor extremistischen Tendenzen einer kleinen Minderheit seiner Glaubensbrüder warnte. Ultra-konservative Muslime aus Rostock und aus Güstrow würden versuchen, die Kontrolle über die Gemeinde und auch über das Geld zu erlangen, das bereits für einen Moschee-Neubau gespart wurde. Der bisherige Vorsitzende des Islamischen Bundes, Maher Fakhouri, trat inzwischen von seinem Amt zurück.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sagte gestern, die Konflikte in der Rostocker Moschee könne man zum Teil an den unterschiedlichen Herkunftsländern festmachen. Daraus würden die Konfliktparteien eine Art Vormachtstellung für sich begründen. Er hat für den Streit kein Verständnis: „Für mich ist es schon befremdlich, wenn unsere Polizei zu Auseinandersetzungen in einer Glaubenseinrichtung gerufen wird, in die die Menschen gehen, die in unserem Land Schutz suchen.“ Die Sicherheitsbehörden hätten die Entwicklung im Blick.

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