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19. November 2017 | 09:54 Uhr

Radfahrer helfen kranken Knirpsen

vom

svz.de von
erstellt am 27.Feb.2013 | 08:25 Uhr

Rostock | Um schwerkranke Kinder und ihre Familien auf ihrem Weg zu unterstützen, steigen die Teilnehmer der Hansetour Sonnenschein jährlich aufs Rad. Ihr Einsatz und die zusätzliche Unterstützung der Sponsoren haben 200 000 Euro für Projekte der Kinder- und Jugendklinik an der Rostocker Universitätsmedizin eingespielt. Der Schirmherr der Hansetour, Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), übergab gestern mit Vereinsleiter Helmut Rohde, die Schecks an die Uniklinik.

Ein 150 000 Euro fließen in das Projekt Mike Möwenherz, genauer in die spezialisierte ambulante Palliativmedizin. Ärzte und Schwestern können dadurch schwerkranke Kinder, die beispielsweise an Krebs oder Muskellähmungen leiden und bald sterben könnten, zuhause betreuen. So wird den Kindern der Aufenthalt in der Klinik erspart und die Möglichkeit gegeben, bei ihrer Familie zu sein.

"Das ist auch eine menschliche Zuwendung, eine Anteilnahme" - so wandte sich Sellering, an Mütter, die mit ihren Kindern gegen die Krankheit kämpfen, oder sie verloren haben, er lobte das Engegament des Vereins und der Klinik. Bewusst wollen beide auch die Eltern unterstützen. "Viele können sich gar nicht vorstellen, wie es ist, ihr Kind zu verlieren", sagt Oberarzt Dr. Carl-Friedrich Classen. Sie sollen nicht allein gelassen werden. Schon jetzt betreuen ehrenamtliche Helfer aus allen Berufen die Familien betroffener Kinder - so auch Ines Borchardt, die zugleich auch Mitbegründerin des Projektes Mike Möwenherz ist. Seit sie ihr Kind 2006 verlor, engagiert sie sich verstärkt. "Viele Kinder werden ja wieder gesund", sagt sie, aber das Bangen und das Leid der Eltern müsse aufgefangen werden. Sie habe sich aus der Situation heraus, dass es damals niemanden gab, der ihr geholfen hat, entschieden selbst zu helfen. In ein paar Monaten soll nun die ambulante medizinische Betreuung starten als weitere wesentliche Stütze - zum Anfang mit zehn Kindern aus dem Umkreis von 120 Kilometern. "Wir sind mit den Krankenkassen in Verhandlung. Sowas muss unterstützt werden", sagt Prof. Dr. Peter Schuff-Werner, ärztlicher Direktor der Uniklinik. Auch Sellering zieht mit, die Kassen sollten die Betreuung in eine Regelversorgung übernehmen Das Projekt sei beispielhaft und würde dafür einen wichtigen Anstoß geben.

Psycholge unterstützt Ärzte stationär

Aber auch in der Kinder-und Jugendklinik brauchen die Ärzte, Schwestern und Pfleger Unterstützung. Mit Martin Knittel haben sie seit einem Jahr einen Psychologen, der sich in der Klinik um die Kinder kümmert. Durch die Spende soll er das auch nächstes Jahr können.

Über eine Strecke von 500 Kilometern sammeln 200 Radfahrer Geld für kranke Kinder. Zusätzlich helfen Sponsoren wie die Daimler Ag, Grönfingers die Rostocker Messe- und Stadthallengesellschaft, der FSV Kühlungsborn oder auch Privatleute wie Organisator Holger Giermann, wenn etwas fehlt und sammeln bei Veranstaltungen wie Versteigerungen oder Fußballturnieren Spenden.

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