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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. August 2017 | 21:43 Uhr

Trend in Rostock : Quilt ist Kult

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Handarbeitsgruppe näht nicht nur zur Freude, sondern auch für den guten Zweck. Spendenübergabe an Kinderdialysestation erfolgt.

„Wir hängen an der Nadel und brauchen täglich Stoff“, lautet das Motto der Rostocker Quiltmöwen. Dabei ist das Dutzend Damen um Näh-Expertin Ute Breidenmoser aber keinesfalls drogensüchtig, sondern vernarrt in seine Handarbeit. „Am liebsten nähen die Damen natürlich Taschen aller Art. Besonders angetan hat es uns aber auch das Quilten“, sagt Breidenmoser. „Es ist eine besondere Technik, bei der ein Patchwork-Oberteil, eine Fleece-Schicht in der Mitte und eine untere Stoffschicht mit speziellen Stichen per Hand oder Maschine zusammengenäht werden“, sagt die Rostockerin. Die Technik stamme ursprünglich von den Siedlern aus Nordamerika, die aus Stoffresten die traditionellen Steppdecken kreiert haben.

Ute Breidenmoser führt ein kleines Nähgeschäft in Stadtmitte und gibt selbst Handarbeitskurse. „Aus einem solchen sind im April 2010 dann auch die Quiltmöwen entstanden“, erinnert sich die Stoff-Expertin. Seitdem treffen sich die 14 Frauen im Alter von 40 bis 82 einmal im Monat, um gemeinsam vier Stunden zu nähen – „und auch geschwatzt wird dabei reichlich“, sagt Ute Breidenmoser. Über die gemeinsame Liebe zum Handwerk sei die Gruppe inzwischen richtig zusammengewachsen. „Eine kommt extra aus Goldberg angereist, eine sogar aus Berlin“, sagt die Klöppel-Königin. Die Quiltmöwen sind Mitglieder der Patchworkgilde, die etwa 100 Mitglieder in MV zählt.

Dabei quilten die Damen nicht nur zur eigenen Freude, sondern auch für den guten Zweck: „Einmal im Jahr, am Quip Day, nähen wir alle zusammen einen Quilt für ein karitatives Projekt“, erzählt die Rostockerin. Quip stehe für „Quilting in Public“, was so viel bedeutet wie „Quilten in der Öffentlichkeit“. Dabei haben die Quiltmöwen im Rostocker Hof nicht nur ihre Werke ausgestellt und verschiedene Techniken vorgeführt, sondern auch eine der farbenfrohen Decken zur Versteigerung angeboten. Das Gemeinschaftsprodukt hat ein Ehepaar aus Goldberg gewonnen. „Durch den Verkauf der Lose haben wir 882 Euro eingenommen, die der Kinderdialysestation am Universitätsklinikum Rostock zugute gekommen sind“, sagt Breidenmoser. Das Geld soll in die Finanzierung eines Sommerferienlagers der Kinder fließen – „und mit unserem Beitrag ist schon etwa die Hälfte der Ausgaben gesichert“, sagt die Rostockerin.

Je nach Größe und Technik der traditionellen nordamerikanischen Quilts investieren die Damen viele Stunden in die Handarbeit: „Für einen Quilt in der Größe einer Bettdecke braucht es schon um die 100 Stunden. Wenn alles per Hand, kleinteilig und mit komplizierten Stichen genäht wird, kann es bis zu einem Jahr dauern“, sagt Ute Breidenmoser. Denn die kleinen Streifen, Quader und Dreiecke müssen geschnitten, eingenäht und gebügelt werden. Doch die Arbeit lohnt sich: „Das Schöne ist, dass man hinterher etwas in der Hand hat, dass man etwas hergestellt hat. Und es hat auch ein bisschen was Meditatives“, sagt die Rostocker Quilt-Königin Ute Breidenmoser.

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