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Noro-Virus breitet sich aus : Quarantäne in der Uni-Klinik

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Bereits drei Patienten sind an dem gefährlichen Noro-Virus erkrankt. Weitere Verdachtsfälle wurden gemeldet.

Auf einigen Stationen der Rostocker Uni-Klinik stehen wegen des Verdachts auf Noro-Virus-Infektionen Zimmer unter Quarantäne. Bis gestern wurden im Klinikum drei Infektionen bestätigt, eine davon auf der Kardiologie.

Dort ist auch der 73-jährige Heinz Voigt untergebracht. Nach einem Herzinfarkt sollte er zur Beobachtung bleiben. „Jetzt darf er sein Zimmer nicht verlassen“, sagt sein 49-jähriger Sohn Michael Voigt, obwohl bei ihm selbst kein Verdacht bestanden habe. Er teilt es mit drei anderen Männern. Im Raum gibt es keine Toilette, nur Waschbecken, Bettpfannen und einen Toilettenstuhl. „Mein Vater ist zwar hart im Nehmen. Aber das ist kein Zustand“, beklagt der Versicherungsmakler. Besucher kommen noch ins Haus – zu den Patienten, in deren Zimmern es keine Verdachtsfälle gibt.

„Es sind Erreger, die nur über Kontakt übertragen werden“, sagt Krankenhaushygieniker Prof. Andreas Podbielski. Deswegen müssten nicht ganze Stationen isoliert werden. Das greife nur, wenn die Situation nicht mehr beherrschbar wäre. „Zur Aufregung besteht keinerlei Grund“, so Podbielski. Der Virus sei typisch für diese Jahreszeit. Bislang hatten sich in dieser Saison nur einmal die Nachweise gehäuft.

Vor drei Tagen wurde nun erneut eine Infektion festgestellt. „Der Patient wurde sofort isoliert und zeigt inzwischen keine Symptome mehr“, so Podbielski. Gestern wurden zwei weitere Noro-Virus-Fälle nachgewiesen. Alle Infektionen werden dem Gesundheitsamt gemeldet, eine Häufung nochmal gesondert. „Sobald ein Patient Symptome zeigt, greifen Maßnahmepläne“, so der Fachmann. Es werden virushemmende Desinfektionsmittel benutzt, Mitarbeiter geschult und Schutzkleider getragen. „Für uns bleibt die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass unser Vater sich nach dem Herzinfarkt infiziert“, sagt Michael Voigt.

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