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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 02:45 Uhr

Rostock : Quallenzucht im Zoo wird ausgeweitet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Tierpark will mit den Meeresforschern des IOW zusammenarbeiten. Im nächsten Jahr sollen sieben neue Arten im Polarium zu sehen sein. #wirkoennenrichtig

Der Rostocker Zoo und das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) werden künftig auf dem Gebiet der Quallenforschung zusammenarbeiten. Eine entsprechende Kooperation haben Zoo-Direktor Udo Nagel und der Direktor des IOW, Prof. Ulrich Bathmann, vereinbart. „Mit dem IOW haben wir viele Schnittmengen“, betonte Nagel. „Einen kleinen Ausschnitt der Unterwasserwelt, die die Wissenschaftler in den Meeren untersuchen, zeigen wir auch in unseren Aquarien. Insbesondere mit unserer erfolgreichen Quallenzucht haben wir uns einen Namen gemacht“, so Nagel. Fünf Jahre nach deren Start seien die Tierpfleger in einem regen Erfahrungsaustausch mit Kollegen aus den Zoos in Berlin, Wien und dem Enoshima-Aquarium.

Mit dem Polarium und der Präsentation weiterer Arten soll die Quallenzucht zudem ausgeweitet werden. Auch deshalb freut sich der Biologe und Meeresforscher Ulrich Bathmann auf die Zusammenarbeit mit dem Zoo. „Mit dem Know-how der Zoo-Experten und der exzellenten Versorgungstechnik in der Aquaristik ergeben sich hervorragende Synergien. Der Zoo ist ein interessanter Praxispartner für unsere Wissenschaftler und unsere Nachwuchsarbeit“, so Bathmann.

Angedacht sind gemeinsame Projekte rund um die Quallen, die mit zu den ältesten noch lebenden Tiere der Erdgeschichte zählen. Themen von gegenseitigem Interesse sind unter anderem Aspekte der Lebensweise der Quallen, ihrer Vermehrung und Ansprüche an ihre Umwelt. Berührungspunkte gibt es darüber hinaus beim Thema Verschmutzung der Meere und der daraus resultierenden Probleme für alle Meeresbewohner.

Der Zoo hält derzeit Polypen von etwa 20 Quallenarten sowie Medusen von etwa zehn Arten, darunter die Wurzelmund-, die Kompass- und Spiegeleiquallen. Im Polarium, das im kommenden Jahr zum 800. Stadtgeburtstag eröffnet werden soll, werden in einer eigenen Quallenkoje weitere sieben Arten gezeigt, die derzeit schon in Rostock gezüchtet, bisher aber noch nicht zur Schau gestellt wurden. Mit dem Polarium strebt der Zoo weitere wissenschaftliche Kooperationen mit Institutionen an, die sich mit polaren Lebenswelten befassen.

Der neue Partner, das IOW, ist ein Meeresforschungsinstitut, das sich auf die Küsten- und Randmeere und unter diesen ganz besonders auf die Ostsee spezialisiert hat. Mit einem interdisziplinären Ansatz wird hier Grundlagenforschung zur Funktionsweise der Ökosysteme der Küstenmeere betrieben. Die Ergebnisse sollen der Entwicklung von Zukunftsszenarien dienen, mit denen die Reaktion dieser Systeme auf die vielfältige Nutzung durch die menschliche Gesellschaft oder auf Klimaänderungen veranschaulicht werden kann.

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