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Warnemünde : Quallenteppich: Zwischen Ekel und Faszination

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der Alte Strom befindet sich derzeit fest in der Hand der Wassertiere. Ursache dafür ist die Windströmung.

svz.de von
erstellt am 09.Sep.2014 | 10:00 Uhr

Am Alten Strom reckten Urlauber und Einheimische die Köpfe nach unten: Ein richtiger Quallen-Teppich war dort zu sehen. Das vermehrte Aufkommen an dieser Stelle hängt mit dem Westwind der vergangenen Tage zusammen. „Etliche der Quallen driften dann an den Strom ab“, sagt Zooplanktologe Dr. Jörg Dutz aus der Abteilung Meeresbiologie des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW). Zwischen den Ohrenquallen mit dem lateinischen Namen Aurelia aurita hat es dort auch etliche Exemplare der Cyanea capilllata gegeben, besser als Feuerqualle bekannt.

Während die Ohrenquallen für die meisten nur eklig, aber nicht gefährlich sind, können die Nesselzellen der Feuerquallen schon zu Hautreizungen führen. Es brennt ein wenig wie bei Brennnesseln. „Wer mit Feuerquallen in Berührung gekommen ist, sollte die betroffenen Stellen nicht mit Süßwasser abspülen, das verstärkt die Probleme“, sagt Dutz. Salzwasser ist besser, außerdem kann man die Stellen auch mit Sand abreiben. „Und man sollte die Stellen hinterher nicht der Sonne aussetzen“, rät der Zooplanktologe. „Allergiker sollten allerdings grundsätzlich vorsichtig sein“, sagt er.

Derzeit wird international kontrovers disktuiert, ob das vermehrte Aufkommen von Quallen auch mit dem Klimawandel zusammenhängt. „Die Winde werden stärker und damit auch die Oberflächenströmung“, sagt Dutz. Aber er betont, das es noch keine gesicherte Erkenntnis zu dieser speziellen Frage gibt.

Bei Manuel Brumme, dem Koordinator der Rettungsschwimmer vom Deutschen Roten Kreuz hat es auch Anfragen gegeben. „Wir können aber in der Ostsee noch nicht von einer Plage sprechen, es gibt nur vereinzelt gehäuftere Aufkommen von Quallen“, sagt er. Auch ein Badeverbot musste noch nicht ausgesprochen werden. „Es häufen sich Fragen nach dem Verhalten, wenn man mit einer Feuerqualle Kontakt hat.“ Der erfahrene Rettungsschwimmer gibt die gleichen Tipps wie der Meeresbiologe. Aber die Rettungsschwimmer am Turm raten noch zum Kühlen mit einem nassen Handtuch, auch Rasierschaum und das Verreiben mit Essig gehört zu den Tipps.

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