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Arosa-Flussschiffe : Qualitäts-Offerte setzt sich durch

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Reederei ist mit Premium-Ausrichtung erfolgreich. Geschäftsführer Jörg Eichler: Umsatz, Erlöse und Auslastung wachsen.

svz.de von
erstellt am 27.Aug.2014 | 10:00 Uhr

Die Rostocker Arosa-Flussschiff GmbH ist auf Erfolgskurs. Während die Konkurrenz das aktuell insgesamt verzeichnete Passagierplus bei Flussreisen mit Dumpingpreisen hart erkauft, legt Arosa sowohl im Umsatz als auch bei den Erlösen gegen den Trend deutlich zu. Jörg Eichler (47), der seit Juni vergangenen Jahres die Geschäfte des Unternehmens führt, nennt im NNN-Gespräch die Fakten: Aktuell verzeichne die Reederei ein Umsatzplus von mehr als 20 Prozent, die Auslastung verbesserte sich um mehr als fünf Prozent. Damit kann das Ziel, das operative Geschäftsergebnis 2014 mehr als zu verdoppeln, voraussichtlich erreicht werden.

Schon Wochen vor Erscheinen der neuen Kataloge werden die Angebote für 2015 gut gebucht. Dabei setzt Arosa nicht auf Billigangebote, sondern – abgekoppelt vom Markt – auf konsequente Premium-Ausrichtung, auf hohe Qualität beim Komfort der Schiffe über den Service an Bord bis hin zu den vielfältigen Programmen, was sich die Gäste auch mehr kosten lassen.

Der Personenkreis an Bord hat sich auf den elf Schiffen der Rostocker Flotte verjüngt. Die älteren Stammgäste, so Eichler, würden nicht verprellt, aber auch jüngere Paare mit Kindern bereichern inzwischen das Leben an Bord. Es gibt regelrechte Familienreisen. Der Test zu Ostern auf der „Arosa Flora“ sei mit 48 Kindern gut angenommen worden. Im Oktober folgt noch solch ein spezielles Angebot. Den Gästewünschen entsprechend, gibt es an Bord der „Flora“ zwei komfortable Familienkabinen, die über das ganze Jahr gefragt sind. Im Sommer sind bis zu drei Kinderbetreuer im Einsatz, die den Kindern verschiedener Altersgruppen spezielle Reiseprogramme bieten. So entsteht ein bunter Gäste-Mix, der aber überschaubar bleibt. Bei den gewöhnlichen Reisen sind nicht mehr als sechs bis zehn Kinder pro Abfahrt mit an Bord.

Wie Befragungen zeigen, überzeugen die Gäste neben dem ansprechenden Schiffs-Design die gebotenen kulinarischen Genüsse, das Spa-Vergnügen und die Vielfalt der Ausflugs- und Unterhaltungsprogramme. Neu sei der Arosa-Talk unter dem Motto „Gespräche im Fluss“ des Moderators Uwe Hübner mit interessanten Persönlichkeiten.
Zur neuen Arosa-Strategie zählt die Beschränkung auf nur noch zwei Tarife. Das ist vor allem das von den Kunden gut angenommene Premium-Angebot, mit etlichen Zusatzleistungen inklusive. Daneben gibt es die einfache Klassik-Offerte, die aber nur noch zu etwa acht Prozent gefragt ist. Das vom Volumen stärkste Fahrtgebiet ist die viel befahrene Donau, wo Arosa auch das Gros ihrer Flotte im Einsatz hat. Nach den Preiserlösen aber rangieren die Reisen auf Rhône und Saône in Frankreich ganz vorn. Eichler hofft, dass die an einer Donau-Schleuse havarierte „Arosa Mia“ bald wieder einsatzbereit ist. Das Problem sei die Beschaffung der Ersatzteile für den zehn Jahre alten Flusskreuzer. Glück im Unglück sei gewesen, dass es auf der Heimreise nur noch 30 Kilometer vor Passau geschah. So konnten die Gäste per Bus zum Zielhafen gebracht werden, die Gäste der nachfolgenden Reise wurden zum Teil gleich auf die „Bella“ umgebucht.

Insgesamt elf Schiffe, die alle auf der Rostocker Neptun-Werft gebaut wurden, fahren im Zeichen der Rose. Das jüngste, die „Flora“, ging Anfang April auf Rhein, Main und Mosel auf Jungfernfahrt. Wie die „Arosa Silva“ ist es ein so genannter Zweieinhalb-Decker.

Besonderes Markenzeichen des 135 Meter langen Flusskreuzers ist die großzügige Raumaufteilung. Ein weiterer Neubau werde kommen, wenn die Flotte weiter so auf Wachstumskurs bleibe, ist Eichler überzeugt. Eine entsprechende Weichenstellung dafür gebe es aber aktuell noch nicht. In die Wartung der Schiffe würden aber jährlich mehrere Millionen Euro investiert. Als weitere Destination würde Arosa ihren Gästen auch die Fahrt auf der Seine nach Paris gerne erschließen, aber die Seine ist von den dortigen Behörden bisher nur für Schiffe bis 115 Meter Länge geöffnet.
Insgesamt 650 Angestellte (allein 50 pro Schiff) beschäftigt das Rostocker Unternehmen, das seine Zentrale auf der Rostocker Holzhalbinsel mit 80 Mitarbeitern hat. Die operative Lenkung der Flotte erfolgt von Chur in der Schweiz unter Regie von Markus Zoepke.

Die Heranbildung des Nachwuchses, so Eichler, liege ihm sehr am Herzen. So würden gegenwärtig acht Azubis ausgebildet. Im Zusammenwirken mit dem Schiffer-Berufskolleg Rhein in Duisburg qualifizieren sich davon fünf zu Binnenschiffern.

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