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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 00:35 Uhr

Interview : Pur feiert zweiten Frühling auf Tour

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Frontmann Hartmut Engler verrät, warum ein Karriere-Ende noch lange nicht in Sicht ist.

Sie liefern Hits für jede Party, überzeugen aber auch mit leisen Tönen – mit neuem Album und bewährten Hits kommen Pur am 14. April zum Konzert in die Stadthalle. Frontmann Hartmut Engler verrät im Gespräch mit NNN-Autorin Katrin Zimmer, warum die Band noch immer so erfolgreich ist, welche Bedeutung seine Songtexte haben und was die Fans auf der Tournee erwartet.


Vom Bundesrocksieger zu einer mehrfach mit Gold und Platin ausgezeichneten deutschen Popband – was macht Pur so erfolgreich?
Engler: Ein Rezept haben wir dafür nicht. Über die Jahre fragten wir uns immer wieder, was wirklich wichtig ist. Auf jeden Fall, dass die Chemie stimmt und die Band ihren Weg gemeinsam geht. Das heißt, man musste das Bandprojekt – oder wie wir manchmal sagen das alternative Lebensprojekt – immer als Nummer Eins betrachten, alles andere wurde dem untergeordnet. Also keiner von uns war längere Zeit im Ausland oder hat irgendwelche abenteuerlichen Unternehmungen in seine Biografie eingebaut. Wir haben alle daran gearbeitet, dass wir als Band Spaß und auch Erfolg haben. Und den hatten wir – mehr als wir uns jemals vorgestellt hatten. Wir glaubten, dass wir ein paar Jahre erfolgreich sind, dann aber doch Lehrer werden – was die meisten von uns studiert haben.

Was glauben Sie, mögen die Fans an Pur besonders? Wie ist das Feedback?
Natürlich gefällt ihnen die Musik, aber auch dass die Texte aus dem Herzen sprechen und wir für fast jede Lebenssituation einen Song haben, freut viele sehr. Für diese Gabe sind wir sehr dankbar.

Sie wurden für ihre gesellschaftskritischen Texte sogar ausgezeichnet. Was ist Ihnen wichtig, wenn Sie einen Song schreiben?
Mir ist grundsätzlich wichtig zu zeigen, dass ich der Interpret bin, derjenige, der die Titel schreibt, auf der Bühne steht und singt. Ich weiß mit jeder Zeile und jedem Wort, was ich ausdrücken will. Alles, was ich singe, meine ich auch so. Ich stehe dazu. Da ich in der Öffentlichkeit stehe, bin ich auch ein politischer Mensch. Ich könnte immer nur singen, dass die Welt wunderbar ist, aber Themen wie die Flüchtlingsproblematik, Rechtsradikalismus oder Gewalt an Kindern sind uns auch wichtig. Man soll uns als Band nicht auf „Funkelperlenaugen“ und „Lena“ reduzieren.

Ist ein Ende von Pur in Sicht?
Eigentlich hatten wir schon gedacht, wir bereiten uns jetzt auf den Goldenen Herbst der Karriere vor. Aber im letzten Jahr durch die Sendung „Sing meinen Song“ und durch das wirklich sehr, sehr gute neue Album „Achtung“ ist es uns irgendwie gelungen, in den zweiten Frühling reinzurutschen. Wir gehen wieder auf große Hallentour, auf der wir auch Orte besuchen, an denen wir lange nicht unterwegs waren – mit etwas weniger Publikum, dafür mehr Intimität. Das ist schon ein besonderes Schmankerl.
Gibt es einen Ort, an dem Sie schon immer gern auftreten wollten? Oder jemanden für den Sie gern singen würden?
Ich habe einen ganz verwegenen Wunsch. Wir geben seit 2001 alle drei Jahre in der Arena auf Schalke ein Konzert von Pur and Friends. Da laden wir befreundete Künstler ein und spielen zusammen. Da hab ich mir fürs nächste Mal Paul McCartney gewünscht. Aber das wird wohl nicht klappen.

Von „Lena“ übers „Abenteuerland“ bis zum „Party Mix“ – gibt es Titel, die Sie nicht mehr so gern spielen?
Nein. Es ist immer ein Riesenspaß. Die Leute sind ja am feiern, wenn diese Songs kommen. Und manchmal gibt es eine neue Version oder ein Medley, in dem man sieben, acht Songs zusammenpackt und die Titel nicht komplett spielt. Es ist doch eine Menge an Songs, die sich in den Jahren angehäuft haben, die die Leute unbedingt hören wollen.

Was erwartet die Fans auf der aktuellen Tour?
Natürlich jede Menge vom „Achtung“-Album. Aber weit mehr als die Hälfte der Spielzeit befasst sich mit dem Gesamtwerk der Band Pur. Das Publikum wird alles zu hören bekommen, was es unbedingt hören möchte – und natürlich einige Überraschungen. Wir haben aber auch Stücke ausgepackt, mit denen man nicht unbedingt rechnet.

„Abenteuerland“-Band live erleben

Die Fans können gar nicht genug bekommen von ihren Idolen. Und so sind die Pur-Mitglieder nach den ausverkauften Konzerten ihrer Arena-Tour im vergangenen Jahr den Rufen ihrer Anhänger gefolgt und verlängern ihre Konzertreise. Auch die Rostocker Fans können sich auf Hartmut Engler und Co. freuen.  Am Donnerstag, 14. April, wird die Band aus Baden-Württemberg auf ihrer Achtung-Tour Halt in der Stadthalle machen und hier eins ihrer Zusatzkonzerte geben. Beginn dafür ist um 20 Uhr.

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