Rostock-Gehlsdorf : Psychiatrie erweitert Kapazität

Das Parkkonzept und seine blau dargestellten Sichtbeziehungen waren einer der Hauptkritikpunkte im Ortsbeirat. Der schwarz dargestellte Anbau selbst soll 20 zusätzliche Patienten aufnehmen können.
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Das Parkkonzept und seine blau dargestellten Sichtbeziehungen waren einer der Hauptkritikpunkte im Ortsbeirat. Der schwarz dargestellte Anbau selbst soll 20 zusätzliche Patienten aufnehmen können.

Land plant 20 zusätzliche Straftäter in Gehlsdorf unterzubringen / Artenschutzrechtliches Gutachten ist in Arbeit

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17. August 2015, 12:00 Uhr

Der Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) MV plant die Erweiterung der Klinik für Forensische Psychiatrie in Gehlsdorf. In einem zweigeschossigen Anbau im Südwesten sollen 20 zusätzliche Plätze für psychisch gestörte Straftäter entstehen. Dafür investiert das Land 4,6 Millionen Euro.

Mecklenburg-Vorpommern steht massiv unter Druck, denn seit Jahren reicht die Bettenzahl an den drei Klinik-Standorten in Rostock, Stralsund und Ueckermünde nicht aus. Mehrfach mussten Patienten nach Hamburg und Schleswig-Holstein abgegeben werden. Doch auch dort wird der Platz zunehmend knapper. Das Dilemma: „Können diese Straftäter nicht untergebracht werden, dann sind sie freizulassen“, sagt BBL-Sprecher Christian Hoffmann.

Deswegen hatte das Sozialministerium den BBL schon 2012 mit der Erweiterung beauftragt. Doch Denkmal- und Artenschutz sowie der Erhalt möglichst vieler Gehölze des 1910 eingerichteten Parks rundum machen die Planung anspruchsvoll. „Wir haben insgesamt acht Varianten untersucht“, sagt Hoffmann. Das Amt für Umweltschutz machte mehrere Auflagen, die abgearbeitet werden müssen. Aktuell wird der artenschutzrechtliche Fachbeitrag erstellt, der im September fertig sein soll. Anschließend muss er in Einklang mit den Anforderungen des Denkmalschutzes gebracht werden. „Dann wird es nochmal spannend“, so Hoffmann. Aufgrund der vielen Vorschriften und Interessenlagen von Naturschutz bis Sicherheit gebe es kaum Handlungsspielraum.

Hoffmann verspricht: „Wir versuchen das so transparent wie möglich zu machen.“ Unter anderem ist im Herbst ein öffentlicher Rundgang geplant, bei dem die Gehölze genau benannt werden, die weichen müssen. „Den Ausgleich werden wir im denkmalgeschützten Park vornehmen“, sagt Hoffmann.

Um Platz für den L-förmigen Anbau zu schaffen, müssen nicht nur Bäume weichen, sondern auch die sechs Meter hohe Innenmauer und der 4,5 Meter hohe äußere Sicherheitszaun. Sie werden ein Stück verlegt – auf Kosten weiterer Bäume. Denn aus Sicherheitsgründen darf in einem Sechs-Meter-Korridor keine Klettermöglichkeit stehen bleiben.

Am Ende sollen auf 620 Quadratmetern zwei Pflegestationen mit je zehn Betten unterkommen. Die Patientenzimmer werden zum Innenhof ausgerichtet. In die äußeren Räume sollen der klinische Arztdienst, Therapiebereiche und die Sozialen Dienste einziehen. Eine weitere Sicherheitsmaßnahme, um Ausbrüche zu erschweren. Dazu gehört auch ein überstehendes Dach, damit niemand hinaufklettern kann. Vom Bauausschuss der Bürgerschaft gab es im Juni das OK für die Pläne. Der BBL veranschlagt 18 Monate Bauzeit, der Starttermin ist aber noch offen. Eröffnet worden war die Klinik für Forensische Psychiatrie 2001 mit einer Kapazität von 80 Betten.

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