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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. September 2017 | 02:26 Uhr

Protestaktion mit Gesang und Tanz

vom

svz.de von
erstellt am 20.Mär.2011 | 10:08 Uhr

Rostock | Eine singende und tanzende Menschenmenge hat am Sonnabend auf der Kröpeliner Straße Aufsehen erregt. Scheinbar spontan fand sich die Gruppe zur Musik eines Gitarristen und einer Akkordeonspielerin zusammen. Mit dem Lied "Macht es auf - das große Haus!" und einer unterstützenden Choreografie protestierten knapp 150 Theaterfreunde anschließend etwa fünf Minuten gegen die derzeitige Spielstätten-Situation des Volkstheaters Rostock. Eine Stunde später wiederholte sich diese von spontanem Beifall der Zuschauer begleitete Aktion auf dem Neuen Markt, bevor die Gruppe weiter zum Universitätsplatz zog. Auch dort fanden sich ruck, zuck zahlreiche Schaulustige ein, die ihre Solidarität mit dem Rostocker Theater bekundeten.

Diese "Smart-Mob" genannte, scheinbar spontane Protestform funktioniert, indem sich Leute über Internet-Netzwerke und Mund-zu-Mund-Werbung zu einem zeitlich kurzen Menschenauflauf verabreden.

Die Dramaturgin Janny Fuchs und der Schauspieler Michael Ruchter hatten das seit einiger Zeit im Volkstheater Blog "Macht es auf - das große Haus" zugängliche Lied geschrieben. Und eine vom Tanztheater erdachte Choreografie war im Vorfeld der Aktion im Internet verbreitet worden.

"Wir können unter solchen Umständen nicht spielen!", bringt Fuchs das Anliegen auf den Punkt."Es gibt in Rostock einfach keine mit dem Volkstheater vergleichbare Spielstätte." Natürlich müssten die Sicherheitsmängel behoben werden, aber das sei auch ohne eine Schließung möglich. Vielmehr solle parallel zum Neubau eines Theaters der Spielbetrieb im alten Großen Haus erhalten bleiben.

"Mit dem Tanz- und dem Musiktheater können wir gar nicht auftreten. Es ist doch nachvollziehbar, dass ohne Vorstellungen bei uns als Akteuren die Motivation weg ist", sagt Clemens Soenen.

Es sei mehr als unverständlich, dass solch eine Schließung mitten im laufenden Spielbetrieb geschehen müsse. Schauspielerin Lisa Flachmeyer bemerkt: "Mit eingeschränkten Aufführungen und der kurzfristigen Verkündung von Terminen ist das Publikum schwer getroffen." Die geplante Internet-Liveübertragung der Premiere des Stückes "Effi Briest" werde das vor Augen führen. "Für Theaterfreunde wird diese Form von Aufführung mit Sicherheit einen bitteren Beigeschmack haben."

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