Kultur : Protest gegen Theater-Abbau in Rostock

Den Sparten Schauspiel und Tanz droht Aus in Rostock.
Den Sparten Schauspiel und Tanz droht Aus in Rostock.

Gewerkschaft kritisiert Sozialdumping. Keine betriebsbedingten Kündigungen.

svz.de von
02. Februar 2016, 21:00 Uhr

Die beschlossene Umwandlung des Rostocker Volkstheaters zum Opernhaus löst bei der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger heftige Kritik aus. Präsident Jörg Löwer: „Nun hat Oberbürgermeister Roland Methling das Aus für die Sparten Schauspiel und Tanz verkündet. Dieser Personalabbau ist nicht hinnehmbar und trifft auf unseren entschiedenen Widerstand.“ Die beiden Sparten künftig mithilfe von Projektarbeit der freien Szene zu bedienen, sei keine Lösung.

Auch der Kulturexperte der Linksfraktion im Landtag, Torsten Koplin, übt heftige Kritik: „Mit einem Handstreich hat der Rostocker OB die Zukunft des Volkstheaters festgelegt und damit vorläufig das Ende einer Ära verfügt.“ Damit unterwerfe sich Methling den politischen Erpressungen der Landesregierung und missachte die Bürgerschaft. Die hatte allerdings eine für heute angesetzte Sondersitzung zum Thema abgesagt. Initiatorin und Chefin der Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09, Sybille Bachmann: „Keine der Fraktionen wollte die Debatte und damit Änderungsmöglichkeiten des Gesellschafterbeschlusses. Insofern tragen alle Fraktionen, die abgesagt haben, den Beschluss mit.“

Klar hinter der Strukturentscheidung steht SPD-Fraktionschef Steffen Wandschneider. „Dem Grunde nach ist es das 2+2-Modell, das wir beschlossen hatten“, sagt er. Wichtig sei, dass die Umstrukturierung ohne Kündigungen auskomme. Zwar müssten 50 Stellen abgebaut werden, nach Nichtverlängerungen von Verträgen und Frührentenregelungen blieben aber nur acht Leute übrig. Künstlerisch berge die neue Struktur sogar Entwicklungspotenzial – was angesichts der schlechtesten Januar-Besucherzahl aller Zeiten auch nötig sei.

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