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Traditionssegler : Protest auf der Hanse Sail geplant

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Traditionssegler fühlen sich vom Verkehrsminister abgewimmelt

svz.de von
erstellt am 05.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Die Hanse Sail beginnt und nur wenige Boote liegen im Stadthafen und in Warnemünde vor Anker. Ein Zukunftsbild? „Eine Hanse Sail ohne deutsche Schiffsbeteiligung kann und will ich mir nicht vorstellen“, sagt Gerhard Bialek, Kapitän des Traditionsschiffes „Ethel von Brixham“. Ihm zufolge ist dieses Szenario ab 2018 aber durchaus denkbar. Grund dafür sind die vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BVMI) festgelegten neuen Sicherheitsrichtlinien für Traditionssegler. Sie schreiben unter anderem die Länge der Ankerkette, die Höhe der Reling und Brandschutzbestimmungen vor – für viele der Traditionsschiffe nicht zu stemmen.

Trotz mehrfacher Zusicherung des BVMI und der Verschiebung des Starttermins der Richtlinien auf Januar 2018 kamen bisher keine Gespräche zustande. Das BMVI schreibt auf seiner Webseite, dass „gemeinsam mit den Interessenvertretern der Traditionsschiffsbetreiber eine Förderrichtlinie“ aufgearbeitet werden soll. Für Bialek bisher nur heiße Luft. „Wir warten noch immer auf die Einlösung des Versprechens von Minister Dobrindt vom Mai auf der Maritimen Sicherheitskonferenz in Hamburg“, sagt er. Dort habe Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) den Traditionsschiffsbetreibern zugesagt, sich zu einem offenen Gespräch mit ihnen zusammenzusetzen. Statt des versprochenen Dialoges kam aber nur die Verschiebung der Frist mit der Ansage, dass die neuen Richtlinien dann ab 2018 greifen werden. „Das ist aus meiner Sicht nur, um Ruhe in den Wahlkampf zu bringen“, meint Bialek.

Diese Ruhe solle aber nicht gegönnt werden, denn die bedrohliche Situation für die Traditionssegler rücke mit jedem Tag näher. Zur Hanse Sail wollen die Segler darum für ihr Anliegen demonstrieren. „Wir überreichen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig einen überdimensionalen Rettungsring als Symbol: Wir brauchen Hilfe“, erklärt Bialek. Außerdem werden einige der Segelschiffe einen schwarzen Trauerflor in der Rig präsentieren und ein Hupkonzert zum Protest anstimmen. Die Aktionen sind sich auch der Solidarität internationaler Segler gewiss, wie Bialek erklärt.

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