Warnemünde : Poststraße: Im Doppelsinn wird hier eine Lücke gefüllt

Sind stolz auf das Vorhaben: Architekt Enno Zeug (l.) und die beiden Geschäftspartner und Bauherren Christian Mießner und Ta Minh (r.)
Sind stolz auf das Vorhaben: Architekt Enno Zeug (l.) und die beiden Geschäftspartner und Bauherren Christian Mießner und Ta Minh (r.)

Eigner schwenkt um: Hotel wird für altersgerechtes Wohnen umgebaut.

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16. Juni 2015, 15:00 Uhr

In der Warnemünder Poststraße hat Hotelier und Inhaber vom Asia-Palast Ta Minh seine einstigen Pläne von einem Hotelneubau gekippt. Der Ortsbeirat hatte dem zwar schon zugestimmt, aber der Geschäftsmann hat es sich jetzt noch einmal anders überlegt und ein neues Projekt aus der Taufe gehoben. Und auch bei diesem hat der Beirat von Warnemünde bereits sein Einverständnis für die Bauanfrage gegeben. Und das neue Vorhaben bietet den Vorteil, dass es sich gegen den Trend richtet, dass Ferienwohnungen das Dauerwohnen verdrängen. Hier kommt es genau umgekehrt.


Restaurant wird auch umgestaltet


Ta Minh will mit seinem Geschäftspartner Christian Mießner aus Leipzig ein zeitgemäßeres Projekt realisieren. Es geht um seniorengerechtes Wohnen. Mießner verfügt bereits über etliche Erfahrungen auf dem Gebiet in der Sachsenmetropole und hat auch schon in Warnemünde einstige Feriendomizile in Dauerwohnungen umgewandelt. Und die beiden waren eher durch Zufall ins Gespräch und ins Geschäft gekommen. Und damit schließen die beiden Geschäftspartner im Doppelsinne eine Lücke. Einmal baulich zwischen dem Asia-Palast und dem bestehenden Haus Nummer 3. Und dann hinsichtlich des Angebotes für seniorengerechtes Wohnen in Warnemünde.

Als Architekt ist Enno Zeug gewonnen worden, der die Pläne der beiden und die Forderungen der Stadt bei den Planungen umsetzt. Dazu gehören beispielsweise tüschenähnliche Verbindungen zwischen den drei Häusern. Die Nebenkosten sollen durch Solar- und effiziente Wärmepumpentechnik sowie im Sommer mit Kühlung niedrig gehalten werden. Strom soll durch Sonnenenergie gewonnen werden.

Insgesamt sollen hier 26 Wohnungen mit 38 bis 120 Quadratmetern entstehen. „Ich hatte zwar auch eine sehr gute Auslastung in meinem Hotel, aber mit diesem Angebot wollen wir zusammen etwas schaffen, was Warnemünde noch braucht“, sagt Ta Minh. Eigentumswohnungen kamen für beide Geschäftspartner nicht in Frage. „Es ist natürlich auch ein Geschäft, aber wir wollen es in einem hanseatischen Stil realisieren“, sagt er. Und dass der Bedarf da ist, zeige sich auch an der großen Nachfrage: „Es gibt schon um die 25 Bewerber“, sagt der Hotelbetreiber. Unter dem Haus befindet sich eine Tiefgarage mit 42 Stellplätzen für die Bewohner, Mitarbeiter und Gäste des Asia-Palastes. Der bleibt an diesem Standort, wird aber auch umgebaut und zieht ins Souterrain. Auch hier wird alles barrierefrei sein. Es wird auch ein Behinderten-WC geben. „Und auch hier dürfen die Gäste mit einem Aha-Effekt rechnen“, sagt der Gastronom Minh. 80 Plätze bleiben im Restaurant erhalten, das beliebte Koi-Aquarium wird in die Gestaltung integriert.

Während der Bauzeit muss das Restaurant Asia-Palast für fünf Monate schließen. Die Wohnungen werden barrierefrei, die Häuser mit einem Fahrstuhl ausgerüstet und erhalten überwiegend Balkone. Das Angebot richtet sich an Menschen ab 60 Jahre. Auch die Volkssolidarität ist im Boot, sie übernimmt die pflegerischen und kulturellen Angebote für die Bewohner.

Wenn alles wunschgemäß läuft, kommt in Kürze die Genehmigung für den Abriss der Poststraße Nummer 3. „Wir würden den Abriss gern noch vor der Saison realisieren und nach der Saison den Neubau starten“, so Architekt Zeug. Wenn alle Genehmigungen vorliegen und es wunschgemäß läuft, soll das Vorhaben 2017 fertig sein.

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