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Landgericht : Polizistin beleidigt: Hansa-Fan muss zahlen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der Mann hatte während eines Spiels ein Plakat mit Schmähungen enthüllt

Das Spiel verloren und den Prozess jetzt auch: Das Amtsgericht Rostock hat gestern den 23-jährigen Hansa-Fan Markus Alexander K. zu einer Geldstrafe von 480 Euro plus Kosten des Verfahrens verurteilt. Er hatte während des Hansa-Heimspiels am 14. September 2013 gegen Borussia Dortmund II eine Tapete mit einem beleidigenden Text gegenüber einer Polizistin ausgerollt. Gemeinsam mit einem weiteren Fan hielt er es mehr als vier Minuten weithin sichtbar hoch.

Viel zu leugnen gab es gestern nicht. Auf einem Video ist alles dokumentiert. Markus Alexander K. bestätigte dann auch ohne große Ausflüchte den Tatvorwurf, sagte aber, dass er den Text nicht auf die Tapete geschrieben habe und ihn auch vorher nicht kannte. Der Vorsänger habe ihn mit dem Ausrollen beauftragt. Erst, als er die Tapete ausgerollt hatte, habe er den Text gelesen, allerdings auch nichts dagegen unternommen. Die Polizistin ist schon seit Jahren bei Hansa-Spielen im Einsatz. Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass gegen sie gerichtete Spruchbänder gezeigt wurden. Auf einem wurde ihr sogar der Tod gewünscht. „Ich kenne kein vergleichbares Beispiel“, sagte die 39-Jährige. Diese Ausfälle gegen sie erklärt sie so: „Ich habe eben einen unbeliebten Job.“

Markus Alexander K. hatte bereits am 28. Januar 2014 wegen dieser Sache einen Strafbefehl erhalten, der eine Geldstrafe über 25 Tagessätze zu je 16 Euro festlegte. Dagegen hatte der Angeklagte Einspruch eingelegt. Deshalb kam es jetzt zum Prozess mit einer um 80 Euro höheren Strafe zuzüglich Gerichtskosten. Der Angeklagte nahm das Urteil an. Der Vorsitzende Richter entließ ihn aber nicht ohne mahnende Worte. Wer solche Spruchbänder vorbereite und entrolle, müsse künftig mit härteren Strafen rechnen. Und dann würden Aussagen wie „Ich wusste nicht, was drauf steht“ nicht gelten. Markus Alexander K. ist nicht vorbestraft, was zu seinen Gunsten gewertet wurde.


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