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Norddeutsche Neueste Nachrichten

15. Dezember 2017 | 07:42 Uhr

Polizist besaß mehr als 260 Porno-Bilder

vom

svz.de von
erstellt am 04.Okt.2012 | 05:53 Uhr

Rostock | Dem wegen Kindesmissbrauchs angeklagten Polizisten Ronald H. (46) haben die Ermittler am gestrigen Verhandlungstag den Besitz pornografischer Bilder nachgewiesen. 262 Fotos zeigten eindeutige Szenen, fast ausschließlich mit männlichen Personen, so der Sachverständige des Landeskriminalamtes (LKA) für gelöschte Dateien, insbesondere im Pornobereich.

Ronald H. soll zwischen Januar 2010 und Mai 2012 in vier Fällen an zwei minderjährigen schlafenden Jungen sexuelle Handlungen begangen haben. Die beiden Kinder kannte er in seiner Funktion als Begleiter von Klassenfahrten. Manchmal übernachteten sie in seinem Haus. Des Weiteren wirft ihm die Staatsanwaltschaft den Besitz kinderpornografischer Dateien vor.

Das jedoch konnte der Sachverständige des LKA gestern nicht sicher bestätigen. Er habe weder Kinder noch Jugendliche auf den wiederhergestellten Fotos erkannt. Daher stellte die Staatsanwältin den Antrag, die gefundenen Bilder jetzt sachverständigen Experten vorzulegen und diese als Zeugen zu vernehmen. Nebenklägerin Beate Falkenberg, die als Anwältin die Kinder und Eltern vertritt, unterstützte ihren Antrag. Der Verteidiger des Angeklagten lehnte ihn hingegen ab.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurden gestern zudem Videos von der Vernehmung der beiden Jungen gezeigt, die die Vorwürfe gegen Ronald H. erhoben hatten. Schon an zwei Prozesstagen hatten sie zuvor persönlich vor Gericht aussagen müssen - denn der Angeklagte bestreitet die Tatvorwürfe und behauptet, die Jungen hätten das alles geträumt. Den Ausschluss der Öffentlichkeit während der Zeugenbefragung sowie während des Vortrages der Sachverständigen hatte die Strafkammer im Vorfeld auf Antrag der Nebenklägervertreterin beschlossen. So sollen die schutzwürdigen Interessen der Kinder gewahrt bleiben.

Der Prozess wird am 17. Oktober mit der Vernehmung der Ehefrau des Angeklagten und seines Sohnes fortgesetzt. Die Plädoyers sollen am 23. Oktober gehalten werden. Das Urteil wird am 25. Oktober um 13 Uhr verkündet.

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