Polizeizentrum entsteht auf 1,4 Hektar

<strong>Bis zu 15 Gefangene</strong> können in einer der vier Sammelzellen in der Gesa untergebracht werden, erklärt der Leiter des Polizeihauptreviers,  Hans-Jürgen Klingbeil. Noch ist die Gefangenen-Sammelstelle aber nicht in Betrieb.<fotos>Georg Scharnweber</fotos>
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Bis zu 15 Gefangene können in einer der vier Sammelzellen in der Gesa untergebracht werden, erklärt der Leiter des Polizeihauptreviers, Hans-Jürgen Klingbeil. Noch ist die Gefangenen-Sammelstelle aber nicht in Betrieb.Georg Scharnweber

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13. Januar 2013, 05:59 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | Bagger, Kräne, Bauschutt, erste Fundamente. Noch sieht es auf dem großen Areal, das zur Ulmenstraße 54 zählt, nicht danach aus: "Aber es wird eine Art Polizeizentrum werden", sagt Hans-Jürgen Klingbeil. Er ist der Leiter des Rostocker Polizeihauptreviers. Seit August 2011 wird auf dem 14 000 Quadratmeter großen Gelände zwischen Hansa-, Maßmann-, Waldemar- und Ulmenstraße gebaut. Klingbeil und seine Kollegen vom Hauptrevier halten die Stellung - für die Bürgernähe: "Wir wollten uns nicht völlig vom Gelände zurückziehen."

Polizeiinspektion, Kriminalkommissariat und -inspektion sind während des Baus auf das Gebäude in der Blücherstraße ausgewichen. Im Sommer 2015 soll der Komplex in der Ulmenstraße fertig sein. Und die vorübergehend ausgezogenen Stellen werden wieder zurückkommen. Finanziert wird der Bau mit 16,8 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt. Zuständig ist der Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL).

Gefangenen-Sammelstelle ist bereits fertig

Hauptprojekt ist ein 127 Meter langer Neubau parallel zur Hansastraße. Im September 2012 haben die Bauarbeiter mit den Vorbereitungen begonnen, gerade sind sie an den Fundamenten. "Sie müssen gestaffelt reingestellt werden", erklärt Holger Richter. Das Gelände an der Hansastraße sei ansteigend, hätte Höhenunterschiede von zwei Metern. Richter ist im Projektmanagement des BBL tätig und beschäftigt sich mit seiner Kollegin , Projektleiterin Wibke Lunow, mit dem komplexen Bau. Der Neubau wird in vier Segmente unterteilt werden und durch drei Treppenhäuser verbunden sein. Genutzt wird er hauptsächlich für Büros und Garagen. "Das Gebäude wird verklinkert, es wird sehr ansprechend", sagt Wibke Lunow. So soll das Gebäude auch zum Viertel und den umliegenden Häusern passen, sich eingliedern, aber dennoch modern sein. Praktisch sei der Klinker nicht nur optisch, sondern auch in Anbetracht der Nutzung, erklärt Richter. Gegen mögliche Vandalismusschäden ist er resistenter als eine gewöhnliche Fassade.

Das alte Haupthaus von 1920 auf dem Areal bleibt bestehen, wird aber grundhaft saniert. Hans-Jürgen Klingbeil ist seit 1979 bei der Polizei, seitdem kennt er auch das Haus. "Es hat sich nicht viel verändert - außer vielleicht die Farbe." Links und rechts vom alten Haupthaus entstehen Anbauten, die mit dem Haupthaus verbunden werden. 400 Polizeileute werden auf den entstehenden 5423 Quadratmetern Nutzfläche arbeiten. 70 Parkplätze und auch Fahrradstellflächen für Polizei und Besucher werden eingerichtet. Die Planung des Komplexes hat das Architekturbüro Frank/Milenz/Rabenseifner aus Greifswald übernommen. Als Erstes wurde im Oktober 2012 die Gesa - eine Gefangenen-Sammelstelle - an der Ecke Hansa- und Maßmannstraße fertig. Später werden dort Großgruppen von Randalierern bei Fußballspielen oder Demonst-rationen in vier großen Zellen untergebracht. In Vorräumen werden ihre Personalien auf- oder auch erste Vernehmungen vorgenommen. Die Gesa hat eine Nutzfläche von 697 Quadratmetern. Von der hellen Raumgestaltung erhoffen sich Architekten, BBL und Polizei eine deeskalierende Wirkung. Vorerst werden dort aber keine Gefangenen untergebracht, stattdessen können die Polizisten vom Revier das Gebäude als Umkleideraum nutzen.

Das Polizeihauptrevier sitzt derzeit in einem bereits 1999 gebauten Flachbau. Bis vor Kurzem war dort im oberen Stock das Kriminalkommissariat. Der untere Stock ist für den Zivilgewahrsam vorgesehen - für einzelne Täter. Wenn alles fertig ist, zieht das Revier in den Anbau. Die Bewirtschaftung - Wasseranschlüsse, Heizung, Hausmeisterservice, Wartung auf dem Komplex - wird auch während der Nutzung der BBL koordinieren. Die Neu- und Umbauten bieten mehr Platz für die vielfältigen Aufgaben der einzelnen Stellen, für die Unterbringung von Gewalttätigen und sind auch für die Beamten ein echter Vorteil - sie bekommen bessere Arbeitsbedingungen.

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