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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 20:38 Uhr

Hansa Rostock : Polizei verschärft Taktik

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Randalierer tauchen in anonymer Masse ab – künftig auch Anklagen wegen Beihilfe? Noch immer Ermittlungen nach Halle-Partie 2013

von
erstellt am 17.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Polizei und Staatsanwaltschaft verschärfen den Ton gegenüber Fußball-Randalierern und ihren Helfern. Wer vermummten Schlägern, Flaschen- und Steinewerfern Deckung gibt, muss künftig ebenfalls mit einer Anklage rechnen. „Wir wollen uns verstärkt denen widmen, die Beihilfe leisten“, sagt Michael Ebert, Chef der Polizeiinspektion Rostock und Einsatzleiter bei Risikospielen.

Bislang hätten Randalierer häufig versucht, in der anonymen Masse abzutauchen. Um auf Polizei-Videos nicht identifiziert zu werden, ziehen sie sich Sturmhauben über den Kopf, Socken über die Schuhe und tauschen nach der Attacke ihre Kleidung. „Das macht uns die Identifizierung schwer, aber nicht unmöglich“, sagt Staatsanwalt Holger Schütt. Allein 2014 seien 366 Verfahren gegen potenzielle Fußball-Straftäter abgeschlossen worden – 185 endeten mit Sanktionen, 89 davon mit Strafbefehlen. 109 Verfahren wurden eingestellt, zwölf davon gegen Geldstrafen, weitere wurden an andere Staatsanwaltschaften abgegeben. Auch viele Stadionverbote und Bannmeilen rund um die Arena sowie Meldeauflagen seien verhängt worden, so Schütt.

„Wir sind jetzt noch dabei, das Spiel gegen Halle vor eineinhalb Jahren auszuwerten“, sagt Ebert. Bisher gab es in diesem Zusammenhang 242 Strafanzeigen, vor allem wegen Landfriedensbruchs. Das Datenmaterial umfasst 750 Gigabyte. Das ist selbst für Hansa-Randalierer herausragend – nach den Spielen gegen RB Leipzig und Dynamo Dresden gab es 71 beziehungsweise 78 Strafanzeigen. Polizei und Staatsanwaltschaft haben jeweils Sondergruppen gebildet, die sich mit Fußball-Delikten beschäftigen. In MV gibt es laut Ebert 620 gewaltbereite oder -geneigte Fans.

Hansa-Vorstandsmitglied Conny Steinke sagt: „Das Thema beschäftigt uns fast täglich.“ Der Verein lehne Gewalt entschieden ab und unterstütze die Ermittler nach Kräften. Allerdings müssten sich sowohl Fans als auch Polizei noch stärker in die andere Seite hineinversetzen. „Wir versuchen, durch Vermittlung kritische Situationen im Vorfeld aufzulösen und viel Druck rauszunehmen“, sagt Hansa-Fanbeauftragter Christian Falkenberg.

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