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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 00:26 Uhr

Rostock : Polizei schnappt Einbrecher-Bande

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Diebe verschafften sich mit gestohlenen Originalschlüsseln Zutritt zu Hunderten Wohnungen im Nordwesten der Hansestadt.

svz.de von
erstellt am 11.Dez.2015 | 21:46 Uhr

Über mehrere Monate hinweg ist eine Diebesbande in Hunderte Wohnungen und Keller im Rostocker Nordwesten eingebrochen – mit Originalschlüsseln. Diese hatten die fünf Mitglieder bei zielgerichteten Einbrüchen in Geschäftsstellen erbeutet, beispielsweise bei der Wiro, der WG Warnow oder in einem privaten Hausmeisterservicebüro in Warnemünde. „Wir gehen derzeit von rund 280 Geschädigten und zirka 40 000 bis 50 000 Euro Schaden aus“, sagt Kriminalhauptkommissar Axel Wahl. Sein Team hat die Bande in der vergangenen Woche zerschlagen.

Nach wochenlanger Observation und abgehörten Telefongesprächen legten die Ermittler am Donnerstag los. „Bei der Aktion mit 25 Beamten wurden zeitgleich vier Objekte durchsucht“, so Wahl. Die Wohnung eines der beiden Hauptverdächtigen stürmte eine Spezialeinheit. Bei dem 26-Jährigen fanden die Polizisten den Hauptteil der Beute – Fahrräder, Werkzeug, Schmuck, Laptops – sowie 1,5 Kilogramm Amphetamine mit einem Verkaufswert von 15 000 Euro. Außerdem entdeckten die Einsatzkräfte einen Baseballschläger in Griffweite und eine Schreckschusspistole bei dem Mann. Er war erst im vergangenen Jahr aus der Justizvollzugsanstalt entlassen worden. Vorbestraft sind die beteiligten vier Männer und eine Frau alle.

Wahl zufolge hat sich das Quintett im Alter zwischen 17 und 29 Jahren durch den gemeinsamen Drogenkonsum kennengelernt. Die beiden Hauptverdächtigen seien aber bereits zusammen aufgewachsen. Alle fünf würden in Groß Klein wohnen und bis auf einen gebürtigen Greifswalder aus Rostock stammen. „Sie waren wirklich sehr konspirativ“, sagt Sebastian Schütt, seit Oktober neuer Leiter des Kriminalkommissariats. Teilweise hätten die Bandenmitglieder nicht einmal gewusst, wo der andere wohne. Die ausgeräumten Wohnungen – viele davon Ferienwohnungen in Warnemünde – kundschafteten die Einbrecher vorher sorgfältig aus. Unter anderem achteten sie dabei darauf, ob das Schloss bereits ausgetauscht wurde – allein die Wiro wechselte rund 1000 Schließzylinder und 25 000 Schlüssel aus. In einem besonders dreisten Fall stiegen die Einbrecher nachts ins Erdgeschoss ein, während im ersten Stock die Urlauber schliefen.

Zum Erfolg geführt habe letztlich die Telekommunikationsüberwachung, so Schütt. Die beiden Hauptverdächtigen sitzen derzeit in Waldeck und Bützow in Untersuchungshaft. „Bei ihnen gab es überhaupt keinen Spielraum“, sagt Axel Wahl. Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge müssen sie mit vier bis sechs Jahren Gefängnis rechnen. Die beiden waren auch diejenigen, die über Internetforen die Beute verkauften.

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