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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. August 2017 | 19:53 Uhr

Kriminalität : Polizei: Rostock wird sicherer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Kriminalität um 17 Prozent gesunken in den letzten zehn Jahren. Weniger Diebstahl aus Wohnungen, mehr aus Fahrzeugen.

„Sie können in Rostock sicher wohnen und leben“, konstatiert der Leiter der Polizeiinspektion, Michael Ebert. Die Kriminalität ist seit 2006 um 17 Prozent gesunken auf 20 022 erfasste Fälle, 2014 waren es 20 055. Dass in der Stadt mehr vorfällt als im Landkreis, sei typisch, so Ebert. Durch Großveranstaltungen, Bahnhöfe, Flug- oder Fährhäfen sind mehr Menschen im Ort. Auf 100 000 Einwohner kamen 2015 im Landkreis 5359 von Kriminalität Betroffene, in Rostock 9424. In Schwerin waren es 10 351.

„Mehr als ein Drittel der gesamten Delikte geht mit Diebstahl einher“, erklärt Sebastian Schütt, der Leiter des Kriminalkommissariats. 7410 Fälle verbuchte die Polizei 2015 in Rostock, 413 mehr als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote ist mit 28,3 Prozent gering. Auf alle 20 022 Straftaten gesehen liegt sie bei 57,3 Prozent. Vermögens- und Fälschungsdelikte sind zurückgegangen – von 4857 auf 4470 Fälle. Auch Rohheitsdelikte gingen zurück von 2237 auf 1994 Fälle, bei Körperverletzungen wurden 1319 statt 1447 Fälle gemeldet. 17 Frauen wurde die Handtasche geraubt, 2014 waren es 10. Die Straßenkriminalität, zu der Handtaschenraub und teils Körperverletzung zählen, hat zugenommen – von 4184 auf 4476 Fälle. Starker Faktor dafür: Diebstähle an und aus Fahrzeugen passierten 1133- statt 812-mal wie 2014. „Man sollte die Tatgelegenheiten reduzieren, keine Rucksäcke Taschen sichtbar im Fahrzeug lassen“, sagt Schütt. Bestimmte Viertel sind nicht betroffen. Haupttatorte seien abgelegene Plätze mit vielen Autos. Wohnungseinbruchsdiebstahl ging nach einer geklärten Serie zurück von 223 auf 156 Fälle. 1416 Fälle schwerer Kriminalität beschäftigten die Polizei 2015, 260 weniger als im Vorjahr.

Darunter sind Mord, Totschlag, Wirtschaftskriminalität, organisiertes Verbrechen. „Man braucht einen langen Atem, um an die Strukturen, Hintermänner und die Köpfe zu kommen“, sagt Gisbert Prestel, der vorübergehende Leiter der Kriminalpolizeiinspektion (KPI). 85,2 Prozent der Fälle in Landkreis und Stadt klärte die KPI 2015 auf. Sie musste einen Mord verbuchen, vier Tötungen auf Verlangen, eine fahrlässige Tötung und drei unzulässige Schwangerschaftsabbrüche. Dazu kommen 142 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (-13,8), davon waren 35 Vergewaltigungen, 55-mal sexueller Missbrauch, davon 36-mal von Kindern. „Die meisten Täter stammen aus dem Verwandten oder Bekanntenkreis – der Onkel, Opa, Nachbar“, sagt Prestel. Schwierig sei die Aufklärung von Internetkriminalität. Zu drei Kollegen, die sich mit Cybercrime, beschäftigen, kommen 2016 zwei weitere. 284 Fälle von Computerkriminalität verbuchte die KPI 2015, 147 mehr als im Vorjahr. In 118 Fällen wurden Daten ausgespäht. Aufklärungsquote: 22,9 Prozent. Dazu kommen 781 Fälle von Internetkriminalität – darunter 635 Vermögens- und Fälschungsdelikte mit 62 Prozent Aufklärungsquote.

Von den 7700 Tatverdächtigen für die 20 022 Fälle 2015 waren 5746 Männer. 4700 Täter waren 25 bis 60 Jahre alt, 500 älter als 60, 303 noch Kinder, 533 Jugendliche, 1700 zwischen 18 und 25. Es gab 1570 nicht deutsche Täter aller Nationalitäten. Die Erklärung, so Ebert, seien die Kreuzliner. Die Zunahme nicht deutscher Tatverdächtiger erkläre sich aus dem Flüchtlingszustrom und damit mehr Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz – es gab 198 Fälle mehr. Das der Polizei bekannte Klischee des sexuell übergriffigen Migranten könne er nicht bestätigen. 2015 gab es gar keinen Fall mit einem zugewanderten Täter.

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erstellt am 24.Mai.2016 | 21:00 Uhr

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