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Video : Polizei-Großeinsatz im Rostocker Migrationsamt

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Ein Streit um Nummernvergabe löst Chaos und Rangelei aus. Die Polizei schritt ein. Die Hansestadt will den Wachdienst aufstocken und den Zutritt neu regeln.

svz.de von
erstellt am 06.Sep.2016 | 13:26 Uhr

Weil rund 100 Personen gleichzeitig das Rostocker Migrationsamt besuchen wollten und daraufhin Chaos ausgebrochen ist, ist die Rostocker Polizei am Vormittag mit einem Großaufgebot auf dem Neuen Markt  der Hansestadt angerückt. Binnen Minuten standen die Besatzungen von zwölf Streifenwagen vor dem Gebäude der alten Post, in dem das Amt derzeit untergebracht ist. Schlägereien oder ähnliches habe es aber nicht gegeben, stellt Dörte Lembke, Sprecherin der Polizeiinspektion Rostock, klar.

„Letztendlich waren wir nur im Rahmen der Gefahrenabwehr tätig und haben keine Straftaten aufgenommen“, so Lembke. Die Beamten seien nach erfolgreicher Schlichtung relativ schnell wieder abgezogen.

Zu Hilfe gerufen hatte sie der überforderte Wachdienst des Migrationsamtes. Nach Angaben der Stadtverwaltung hatten sich zuvor einige Klienten das Prinzip der Wartenummern für ein neues Geschäftsmodell zunutze gemacht. Sie sollen bereits früh am Morgen hunderte Nummern gezogen und dann an die anderen Besucher verkauft haben. In der Folge schlossen die Mitarbeiter des Migrationsamts die Nummernvergabe in der Annahme, dass mehr als die bereits vergebenen Warteplätze am Tag nicht abzuarbeiten seien. Daraufhin brach das Chaos aus. An der Nummernausgabe am Eingang soll es zu dabei zu Drängeleien und Rangeleien gekommen sein. Zahlreiche Migranten strömten plötzlich unkontrolliert ins Amt.

Angesichts des Ansturms verlor der Wachdienst die Kontrolle über die Situation und wandte sich an die Polizei. Damit solche Zwischenfälle künftig vermieden werden können, will die Hansestadt nun Konsequenzen aus dem Vorfall ziehen. „Wir werden das Zutrittsmanagement verändern und den Wachdienst verstärken“, erklärt Rathaussprecher Ulrich Kunze. Unter anderem sei eine zusätzliche Tür am Eingang vorgesehen. „Der Andrang im Migrationsamt ist größer als das, was wir abarbeiten können“, so Kunze. Das liege vor allem an den vielen Anträgen der Flüchtlinge, die im vergangenen Jahr in großer Zahl nach Rostock kamen und jetzt auf einen Bescheid warten. Bisher verfügt das Amt über vier Mitarbeiter, fünf weitere sollen dazu kommen.

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