Polizei fasst Schleuser

Die Bundespolizei in Rostock hat gestern früh eine mutmaßliche Schleusung aufgedeckt. Ein Verdächtiger war im Seehafen mit einer sechsköpfigen Familie im Auto unterwegs. Diese konnte keine Dokumente vorlegen.

svz.de von
15. Juni 2012, 07:30 Uhr

Seehafen | Die Bundespolizei in Rostock hat gestern in den frühen Morgenstunden eine mutmaßliche Schleusung aufgedeckt. Bei einer Kontrolle im Seehafen wurden in einem BMW mit belgischer Zulassung, der aus Schweden kam, insgesamt sieben Personen festgestellt. Der Fahrer war ein 25-jähriger belgischer Staatsangehöriger mit kasachischer Herkunft. Er transportierte einen Mann, eine Frau und vier Kinder im Alter zwischen einem und sieben Jahren. Alle waren russische Staatsangehörige tschetschenischer Volkszugehörigkeit. Da der Mann und die Frau für sich und die vier Kinder keine Dokumente vorlegen konnten, die sie zum Aufenthalt in Deutschland berechtigen, wurden sie von den Bundespolizisten durchsucht.

Die Beamten entdeckten dabei sowohl dänische als auch schwedische Asylunterlagen. Zuvor hatten die russischen Staatsangehörigen bereits in Polen und Österreich um Asyl gebeten. Gegen den belgischen Fahrer wird wegen des Verdachts der Schleusung zugunsten mehrerer Personen ermittelt. Bei den anderen Erwachsenen besteht der Verdacht der unerlaubten Einreise und des unerlaubten Aufenthaltes. Die Ermittlungen laufen.

Ebenfalls mit mehreren Kindern unterwegs war schon am Mittwoch eine bosnische Frau. Die Bundespolizisten stellten die 33-Jährige und ihre drei Kinder im Seehafen Rostock in einem Bus aus Schweden fest. Die Beamten stellten fest, dass die Frau bereits 1999 abgeschoben worden war, sodass sie nicht erneut nach Deutschland einreisen durfte. Da die Bosnierin unmittelbar vor der Geburt des vierten Kindes steht, wurde vorerst von einer erneuten Abschiebung abgesehen. Sie und die Kinder sind zunächst in einem Asylbewerberheim in Rostock untergebracht. Die Ausländerbehörde hat den Fall übernommen.

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