Polizei-Ermittler fassen jugendliche Räuber-Bande

<strong>Die Raubserie ist beendet:</strong> Polizeisprecherin Yvonne Hanske und der Leiter des Kriminalkommissariats, Achim Segebarth, sind froh über die erfolgreichen Ermittlungen, bei denen auch Gas-Druck-Pistolen sichergestellt wurden.<foto>Nicole Pätzold</foto>
Die Raubserie ist beendet: Polizeisprecherin Yvonne Hanske und der Leiter des Kriminalkommissariats, Achim Segebarth, sind froh über die erfolgreichen Ermittlungen, bei denen auch Gas-Druck-Pistolen sichergestellt wurden.Nicole Pätzold

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08. März 2013, 07:57 Uhr

Rostock | Die Rostocker Kriminalpolizei hat jüngst einer kriminellen Bande das Handwerk gelegt und damit eine weitere Serie brutaler Raubüberfälle verhindert. Seit gut vier Monaten waren die Ermittler Detlef Kröppelien und Ronald Hennl den Mitgliedern auf der Spur. Im Januar gelang es ihnen schließlich, die Täter festzunehmen.

Im September 2012 begann die Serie. Immer wieder gab es Raubstraftaten mit einem ähnlichen Muster: Junge, meist alkoholisierte Männer randalierten oder griffen andere männliche Jugendliche in der Innenstadt oder auch in Dierkow an und beraubten sie gewaltsam zumeist in den späten Nachtstunden. Mitunter haben die Jugendlichen Soft-Air-Waffen und Reizgas eingesetzt. Die Kriminalpolizei suchte auf Hochtouren nach den Tätern - bis zum 20. Januar.

Da ging bei der Polizei erneut Alarm ein: In der Kröpeliner Straße war ein 16-Jähriger angegriffen und beraubt worden. Drei 15-, 20- und 22-Jährige hatten ihn geschlagen und getreten, bis er am Boden lag. Sie nahmen ihm seine Handys weg, warfen sie gegen eine Hauswand und flohen. Die Polizei kam sofort zum Tatort, wo die Beamten Passanten befragten. Mit deren Hilfe konnten sie den Fluchtweg nachvollziehen und die Täter auf einer Baustelle am Hornschen Hof fassen.

"Die Festnahme war der erste schlagende Erfolg", sagt der Leiter des Kriminalkommissariats, Polizeioberrat Achim Segebarth. Der Verdacht der Ermittler bestätigte sich - bei den Tätern handelte es sich um eine Gruppe, deren weitere fünf Mitglieder zwischen 14 und 22 Jahren ebenfalls ermittelt wurden. Die Bande zog in unterschiedlichen Konstellationen los, suchte ihre Ziele und Opfer willkürlich aus, wählte aber meist Jugendliche. Im Mittelpunkt der Gruppe stehe ein 20-Jähriger, dem die anderen nacheiferten, so Ermittler Hennl. Bis September saß der Jugendliche noch wegen ähnlicher Taten in Haft. "Er ist einer, der mit den Opfern kein Mitleid hat", sagt Kröppelien. Mit seiner Entlassung setzte die Serie der Raubzüge ein und wurde immer brutaler.

Insgesamt begingen die Jugendlichen 16 Straftaten, davon acht Raubstraftaten. Auch Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, das Mitführen von Waffen und Diebstähle waren darunter. Einen 21-Jährigen griff die Gruppe am Neuen Markt an, beschoss ihn aus direkter Nähe mit einer Gas-Druck-Pistole und beraubte ihn. Insgesamt kamen in allen 16 Fällen aber nur 3500 Euro Beute zusammen, Hauptmotiv war die Gewaltanwendung. "Wir machen den Job schon ein paar Tage, aber das hat uns erschreckt", sagt Kröppelien. Die Gruppe hat ihre Übergriffe sogar zuvor geprobt.

So auch am 20. Januar. Die Jugendlichen filmtenvor ihrem Angriff, wie sie auf einen Mülleimer einschlugen. Vier aus der Gruppe, darunter der 20-jährige Haupttäter und ein 14-Jähriger, sind in Haft. Die Verfahren stehen noch aus. Die anderen vier bleiben auf freiem Fuß. Straffällig sind sie seit den Festnahmen nicht mehr geworden. "Wir denken, damit eine Serie unterbrochen zu haben, bei der wir nicht abschätzen können, ob sie nicht noch schlimmer geworden wäre", sagt Polizeisprecherin Yvonne Hanske.

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