Eiszeit : Polarkreis liegt jetzt in Rövershagen

Hat ein Händchen für die Eis-Kunst: Jana Fuhrmann ist die künstlerische Leiterin der Eiswelt.  Fotos: Georg Scharnweber
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Hat ein Händchen für die Eis-Kunst: Jana Fuhrmann ist die künstlerische Leiterin der Eiswelt. Fotos: Georg Scharnweber

Der Unternehmer Robert Dahl investiert 1,5 Millionen Euro in eine neue Halle und die mittlerweile 11. Eisskulpturen-Ausstellung bei Karls.

svz.de von
22. Dezember 2013, 05:00 Uhr

Bis zum Polarkreis sind es von Rövershagen aus eigentlich mehrere tausend Kilometer. Ab heute schmilzt die Entfernung aber auf ein Minimum: Denn wer bei Karls Erlebnis-Dorf dem Pranken-Zeig des Eisbären folgt und eine schwarze Tür durchschreitet, der ist schon da – in der minus zehn Grad Celsius kalten neuen Eiswelt, für die extra eine eigene Halle gebaut wurde. So kann Europas größte Eisskulpturenschau bis Ende August offen bleiben.

Ein Novum, dass Karls-Chef Robert Dahl besonders stolz macht. „Wir haben viele Eiszeit-Fans. Aber wir wollten schon lange, dass auch die Touristen, die nur einmal pro Jahr im Sommer kommen, die Schau sehen können. Denn die kennen sie bisher gar nicht“, sagt der Unternehmer. Damit die Besucher bei mehr als 20 Grad Außentemperatur im minus zehn Grad kalten Eiswerk nicht frieren, hat sich das Team etwas einfallen lassen: „Wir haben extra Capes nähen lassen, dazu gibt es Einwegsocken und warme Stiefel, damit auch die nicht zittern müssen, die mit Shorts und Flipflops kommen und in die Eiswelt wollen“, so Robert Dahl.

Bis sich die Tore heute für die Besucher öffnen, haben zahlreiche Bauleute und Mitarbeiter noch letzte Hand angelegt. Der Litauer Andrius Petkus war der Einzige, bei dem es sogar gewollt war, dass er nicht rechtzeitig fertig wird: Schließlich wird mit der neuen Eiswelt ein Wunsch vieler Besucher erfüllt, die den Künstlern bei der Arbeit zuschauen wollten. Noch bis 5. Januar arbeitet Andrius Petkus an einer meterhohen Yeti-Figur. Übrigens der ersten, die komplett aus Schnee geschaffen wird. Wenn er fertig ist, kommt jeden Monat ein anderer der Eis-Künstler zum Live-Schau-Schnitzen in Rövershagen vorbei.

„Darüber freue ich mich wirklich sehr, weil dann auch die Künstler selbst sehen, wie sich ihre Skulpturen im Lauf der Zeit verändern“, sagt die künstlerische Leiterin der Ausstellung, Jana Fuhrmann. Ihr Lieblings-Objekt ist die Nummer zehn, „Die Anziehungskraft der Schönheit des Nordens“, erschaffen von den Letten Agnese Rudzite Kirillova und Karlis Ile. „Ile hatte einmal ein Erlebnis in der Tundra, als er nur noch weißes Licht gesehen hat. Das wollte er mit diesem Werk abbilden“, sagt Othmar Schiffer-Belz, der bei den Eiszeiten Künstler und Besucher betreut.

Mehr als 120 000 waren es vergangenes Jahr, als die Eiszeit nur rund drei Monate geöffnet hatte. Wie viele Gäste es in dieser Saison auch werden – für jeden Einzelnen gibt es viel zu sehen. Das Foyer wurde so gestaltet, wie frühere Eiswerke ausgesehen haben. An die Halle anschließend eröffnet heute auch die Pfannkuchen-Schmiede. „Ich habe bei in einem holländischen Freizeitpark einen besonderen Pfannkuchen-Ofen gesehen. Den wollte ich auch haben und etwas daraus machen“, erzählt Robert Dahl. Überhaupt wird in den neuen Gebäuden die Liebe zum Detail sichtbar: Die Fassadenwände bestehen aus originalen und alten Teilen von Scheunen und Schuppen, die Stühle im Restaurant sehen aus wie mit Teig gefüllte Pfannen.... Auch wenn mit der heutigen Eröffnung eine monatelange Planungs- und Bauzeit endet: Stillstand gibt es nicht. Neben dem Eiswerk wird bereits die nächste Baugrube ausgehoben. Dort soll im April der „Schuppen-Schuppen“, ein Süßwasser-Aquarium, eröffnen.

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