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Geld für den Rostocker Zoo : Polarium-Neubau mit Haken

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die Stadtverwaltung will den Zuschuss für den Rostocker Tierpark um eine halbe Million erhöhen und dafür bei den Stadtteil- und Begegnungszentren, dem Theater, der Bibliothek und der Volkshochschule streichen.

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erstellt am 10.Okt.2014 | 11:00 Uhr

Mehr als eine halbe Million Euro zusätzlich für den Rostocker Zoo – das plant die Stadtverwaltung ab dem kommenden Jahr. Mit dem Geld sollen der Neubau des Polariums, notwendige Reparaturen und höhere Gehälter der Mitarbeiter abgesichert werden. Der Haken: Die bis zu 510 000 Euro für den Zoo müssen an anderer Stelle wieder eingespart werden. Laut Bürgerschafts-Beschlussvorlage der Verwaltung beim Volkstheater, bei Stadtteil- und Begegnungszentren (SBZs), bei der Bibliothek und durch die Nichtbesetzung der Stelle des Bildungskoordinators in der Volkshochschule. Allein der Zuschuss für das Theater soll schon 2015 um 300 000 Euro gekürzt werden.

Zunächst ist die vorgeschlagene Aufstockung für den Zoo auf zehn Jahre befristet. Die Unterstützung für die kommunale Gesellschaft würde damit auf knapp 3,6 Millionen Euro jährlich steigen, also um 16,5 Prozent. „Die Zoo Rostock GmbH ist entsprechend ihrer Wirtschaftspläne derzeit unterfinanziert“, heißt es in der Vorlage. Daher solle auch die laut Haushaltssicherungskonzept ab 2018 vorgesehene Kürzung des städtischen Zuschusses um 280 000 Euro wegfallen. Das wäre eine zusätzliche Entlastung für den Zoo.

Auch die Gesellschaft selbst will ihre Einnahmen weiter steigern. Höhere Jahreskarten-Preise sollen 30 000 Euro zusätzlich in die Kasse spülen. Unter anderem mit deren Hilfe sollen die Gehälter der 120 Mitarbeiter um jeweils 100 Euro angehoben werden. Sie hatten in den vergangenen acht Jahren gleich vier Nullrunden hinnehmen müssen. Ein wichtiger Eckpfeiler, um mehr Besucher anzulocken und damit auch mehr Einnahmen zu erzielen, ist zudem das geplante Polarium. Das Vorhaben kostet insgesamt 10,65 Millionen Euro, von denen der Zoo 2,66 Millionen Euro selbst, beziehungsweise mit städtischer Unterstützung, aufbringen muss. Im Idealfall könnte die neue Heimat für Eisbären und Pinguine schon 2017 eröffnen.

Der Zoo erhofft sich davon ähnlich positive Effekte wie durch das Darwineum. Lag die Besucherzahl 2011, also im Jahr vor dessen Eröffnung, noch bei 525 000, legte sie 2013 auf 637 000 zu. „Der Gästeanteil von Urlaubern außerhalb des Bundeslandes stieg von 28,1 Prozent im Jahr 2012 auf 36,5 Prozent 2013, und das bei steigenden Besuchszahlen“, heißt es in der Vorstellung des Polariums. Die neue Attraktion würde diese Anziehungskraft noch verstärken und wäre als „Alleinstellungsmerkmal für den gesamten Europäischen Raum gültig“.

Jährlich 20 000 Besucher mehr sollen nach Einweihung des Polariums den Weg in den Zoo finden. Die damit verbundenen 220 000 Euro Mehreinnahmen werden den Berechnungen zufolge allerdings voll durch die Betriebskosten des Polariums aufgefressen. Bleibt der erwartete Gästeansturm aus oder erhöhen sich die Betriebskosten, müsste die Stadt einspringen. Die Bürgerschaft berät am 5. November über die Vorlage.

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