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Zoo-Großprojekt : Polarium: Gute Aussicht für Eisbären

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Nach dem Darwineum soll ein weiteres Haus den alten Teil des Tiergartens beleben. Mit Zwergflusspferden und Beuteltieren kommen neue Bewohner

Er ist das Wappentier des Rostocker Zoos und soll jetzt auch seinen großen Auftritt bekommen: der Eisbär. In einem völlig neuen Haus, ähnlich dem Darwineum, sollen die drei Eisbären Vienna, Lars und Vilma ihr neues Zuhause finden. Ihre alte Anlage wird abgerissen und das so genannte Polarium ersten Planungen nach ab 2015 gebaut. Im Sommer 2016 könnte es im Idealfall eröffnen. Neben den weißen Königen der Arktis werden die Pinguine in den riesigen Komplex mit einziehen.

In Rostock kommt so zusammen, was in freier Wildbahn 40 000 Kilometer voneinander entfernt ist. Über ein Unterwasserbecken, wahrscheinlich eine Tunnelanlage, können die Besucher die mehrere 100 Kilogramm schweren Giganten des Nordpols auf der einen Seite und die flinken Seevögel auf der anderen Seite schwimmend und tauchend beobachten. „Das Polarium soll den Betrachter in die Geheimnisse an den Polen der Erde im ewigen Eis einweihen“, sagt Zoo-Direktor Udo Nagel, „und auch vermitteln, warum viele dort lebende Tiere akut vom Aussterben bedroht sind“. Schon die jüngsten Besucher sollen so darauf aufmerksam gemacht werden, dass jeder etwas für den Natur- und Artenschutz tun kann. „Wie beim Darwineum möchten wir unser Polarium mit einem bildungspolitischen Anspruch verknüpfen und erneut eine Brücke zwischen Museum und Zoo bauen“, sagt dessen Direktor.

Nicht zuletzt soll das Polarium aber den Tieren ein artgerechtes Zuhause bieten. Für Vienna (25), Lars (20) und Vilma (12) bedeutet die Anlage deutlich mehr Lebensqualität, betont Eisbärenpfleger René Schoknecht. Die Anlage sei zwar bei Weitem nicht die schlechteste Eisbärenanlage, aber eben sehr verbesserungswürdig. „Wir hoffen zum Beispiel auf mehr Sandflächen“, sagt der 38-Jährige. Denn Eisbären buddeln gern, erklärt er. Die reine Gestaltung mit Steinflächen, wie sie häufig zu finden ist, sei überholt. Deswegen haben die Mitarbeiter im Gehege schon kleinere Flächen mit Sand angelegt. Mit dem Polarium wird es deutlich mehr Möglichkeiten zur Gestaltung mit robusten Pflanzen oder Felsen geben – attraktiver und abwechslungsreicher, sagt der Pfleger. Wünschen würde er sich auch für die Besucher, dass die einen Blick auf das tägliche Training der Eisbären werfen können – gerade läuft das aus organisatorischen Gründen ausschließlich hinter den Kulissen ab. Und da wird es ohnehin richtig spannend. Vienna und Lars waren ursprünglich als potenzielles Paar gedacht. Doch so richtig wollte es nicht klappen, noch gibt es keine Spur von Nachwuchs. Aber die Pfleger warten ab. Vienna ist noch auf einer separaten Anlage. Tochter Vilma und Lars sind also allein. Und die verstehen sich sehr gut, sagt Rene Schoknecht. Kein Wunder, schließlich haben die beide mit Anori (3) in Wuppertal schon ein gemeinsames Kind. Durch einen glücklichen Zufall fanden sie in Rostock wieder zusammen – und es sieht nach Liebe aus. Lars sei auch ein auffällig sanftes Männchen. Die Pfleger hoffen auf neuen Nachwuchs im nächsten Winter. Bis dahin soll das Polarium schon geplant und erste Gelder gesichert sein.

Acht bis neun Millionen Euro soll der Neubau kosten. Beim Wirtschaftsministerium will der Zoo Fördermittel beantragen und auch durch Spendenboxen an den Gehegen Geld für Rostocks Eisbären und ihr neues Zuhause sammeln. Mit einem Winterlauf am 1. März will der Triathlon-Club TC Fiko für die Eisbären sammeln. Zu den regelmäßigen Förderern des Zoos zählen der Zoo-Verein, die Stadtwerke Rostock, die Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock, Lotto MV, die Ostseesparkasse und neuerdings auch die Wiro.

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erstellt am 30.Jan.2014 | 09:00 Uhr

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