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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. August 2017 | 19:53 Uhr

Rathaus : Platznot im Asylbewerber-Heim

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die Hansestadt hat große Probleme bei der Unterbringung von Menschen mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus

Hilfeschrei aus dem Jugend- und Sozialamt: Es hat große Probleme damit, Ausländer mit nicht vorhandener beziehungsweise ungeklärter Aufenthaltserlaubnis unterzubringen. „Zurzeit sind die Aufgriffe der Bundespolizei im Seehafen höher“, sagt der kommissarische Amtsleiter Robert Pfeiffer. Dazu trage unter anderem der Bürgerkrieg in Syrien bei. Die Unterkunft für Asylbewerber in der Satower Straße, die auch als Quartier für die aufgegriffenen Menschen genutzt wird, sei beinahe durchgängig an der Belastungsgrenze. „Wir wissen nicht mehr, wohin“, sagt Pfeiffer. Die Zwangsinhaftierung, die bis vor einigen Jahren noch praktiziert worden sei, sei von den Gerichten verständlicherweise verboten worden. „Es handelt sich schließlich nicht um Verbrecher“, sagt Pfeiffer.

Im Maximalfall bleiben die Betroffenen bis zu sechs Wochen in der Satower Straße, bis sie in ihre Heimatländer abgeschoben werden. Zumindest, wenn sie keinen Asylantrag stellen beziehungsweise wenn dieser abgelehnt wird. In der Regel dauere der Aufenthalt drei bis vier Wochen, so Pfeiffer. Die Zuständigkeit in Bezug auf die Unterbringung werde offiziell in jedem Einzelfall zwischen Stadt und Bundespolizei entschieden. Inoffiziell „setzen die Beamten die Person ab und sind dann wieder weg“, so Pfeiffer. Aus seiner und aus Sicht des Rostocker Stadtamts müsse die Bundespolizei als Verursacher der Aufgriffe auch selbst für die Menschen sorgen. Bei einem anberaumten Treffen beider Seiten wollen die Vertreter der Stadt diese Position verdeutlichen. Bislang lehne die Bundesbehörde eine Versorgung rundweg ab, sagt Pfeiffer.

Aus Sicht von Reinhard Knisch (Grüne), Mitglied des Sozial- und Gesundheitsausschusses der Bürgerschaft, hat das Problem weitaus größere Dimensionen. „Es stellt sich überhaupt die Frage, ob die Zahl der Unterkünfte für Asylbewerber ausreichend ist“, sagt er. „Früher hatten wir noch mehr, zum Beispiel ein Haus Am Strande oder in Lütten Klein.“ Ohnehin müsse es das Ziel sein, die Betroffenen so schnell wie möglich in die Selbstständigkeit zu entlassen und in eigenen Wohnungen unterzubringen.

Auch da gibt es allerdings Probleme, so der kommissarische Amtsleiter: „Der Wohnraum in Rostock ist einfach knapp, ein Umzug ist schwer zu organisieren.“ Auch er sieht den Bedarf nach mehr Unterkünften gegeben. Gerade angesichts der aktuellen Flüchtlingswellen.

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erstellt am 15.Jun.2014 | 06:00 Uhr

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