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18. November 2017 | 11:38 Uhr

Planer schließen Tunnel aus

vom

svz.de von
erstellt am 20.Aug.2012 | 06:44 Uhr

Rostock | Die Verlegung der Stadthafen-L 22 in einen 1,5 Kilometer langen Tunnel ist vom Tisch. Das sagt Anja Epper vom Amt für Stadtplanung: "Für uns ist es eine ganz wesentliche Erkenntnis, dass dies nicht nur von den Kosten her, sondern auch in stadtplanerischer Hinsicht keine Alternative ist." Ein Tunnel würde zwar die Anzahl der Autos von 37 000 am Tag auf 26 000 senken, dafür aber für eine erhebliche Mehrbelastung der Langen Straße sorgen. Die soll aber eine verkehrsberuhigte Zone bleiben. Außerdem würden bei dieser Lösung die Kosten explodieren. Die Ingenieure rechnen mit bis zu 150 Millionen Euro für den Bau, hinzu kämen erhebliche Instandhaltungskosten.

Mehr Vorteile biete die Plateau-Variante, so Epper. "Dafür würde der vorhandene Höhenunterschied von zwei Metern genutzt und die Straße noch um 1,50 Meter abgesenkt", sagt die Planerin. Im Ergebnis entstünde ein 350 Meter breiter, barrierefreier Straßenübergang. Geschätzte Kosten dafür: sieben bis zehn Millionen Euro.

Insgesamt hat das Ingenieurbüro SHP aus Hannover sieben Lösungsvarianten ausgearbeitet. Es war im Vorgriff auf einen möglichen Theaterneubau im Christinenhafen oder Am Bussebart mit der Verkehrsuntersuchung beauftragt worden. "Die L 22 zu überbrücken ist ein kleiner Baustein in der Entwicklung des Stadthafens", sagt Epper.

Gegen eine einfache Brücke spreche die Barrierefreiheit. Damit auch Rollstuhl- und Rollatorfahrer oder Familien mit Kinderwagen problemlos die Seiten wechseln können, müsste der Übergang extrem verschwenkt werden. Nur so könne ein relativ flacher Neigungswinkel erzielt werden, so Epper. "Die Treppen und Rampen sind immer ein Problem", sagt sie. Das gelte auch für einen Fußgängertunnel.

Die Ergebnisse der Hannoveraner Ingenieure sollen in einen Ideenwettbewerb für die beiden Theater-Standorte einfließen, so Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). Diesen hatte das Bauministerium in Schwerin zur Voraussetzung für eine mögliche finanzielle Unterstützung gemacht. Es fordert ein Konzept, das "die städtebauliche Zielstellung für den Hafenbereich, die Überquerung der L 22 und den möglichen Standort des Theaterneubaus formuliert". Das hatte es dem Rathaus bereits in einem Schreiben vom April 2009 mitgeteilt.

Methling denkt aber noch weit über den Stadthafen hinaus, träumt von der Entfaltung des Rostocker Ovals: Entlang des Warnow-Ufers in Gehlsdorf, Dierkow und Stadtmitte soll Rostock einen Entwicklungssprung machen. Wie der aussehen könnte, soll ein dreitägiger Workshop mit überregionalen Planern im Herbst zeigen. Das kündigte Epper auf der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Kröpeliner-Tor-Vorstadt an.

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