Südstadt : Planer legen Vision vor

Für ihre Arbeit holen sich Torsten Viebke und Lutz Braun Tipps bei Prof. Cordula Loidl-Reisch und Klaus Petersen (v. l.).
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Für ihre Arbeit holen sich Torsten Viebke und Lutz Braun Tipps bei Prof. Cordula Loidl-Reisch und Klaus Petersen (v. l.).

Drei große Hochhäuser könnten als Landmarken dienen: Zwei davon könnten ganz neu entlang der Nobelstraße entstehen.

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16. März 2014, 06:00 Uhr

Die Einwohnerzahl der Südstadt könnte auf lange Sicht extrem zulegen. Eine erste Vision für die weitere Entwicklung des Viertels haben Lutz Braun und Torsten Viebke von der Architekturfabrik Neubrandenburg gestern im Gestaltungsbeirat vorgelegt. „Wir sehen Potenzial für rund 50 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, das ist eine ganze Menge“, sagt Braun.

Diskussionsstoff bieten insbesondere zwei Hochhäuser, die ganz neu entlang der Nobelstraße entstehen könnten. Das erste haben die Planer im Bereich südlich der Ernst-Haeckel-Straße, das zweite an der Ecke Tychsenstraße platziert. Ein weiteres Hochhaus könnte das heutige Berghotel am Kopfende der Nobelstraße ersetzen. Sie alle sollen bis zu 13 Geschosse umfassen und weithin sichtbare Landmarken darstellen.

„Ich bin überzeugt, dass sie diese Höhe haben sollten“, sagt Prof. Claus Anderhalten, Mitglied des Gestaltungsbeirats. Die Standorte seien zudem die am besten geeigneten für das Vorhaben. Skeptisch hingegen betrachten er und seine Kollegen drei viergeschossige Häuser direkt am Südring. „Wir sind nicht alle von diesen Trittsteinen überzeugt“, so Anderhalten. Die Bewohner seien an dieser Stelle sehr großem Verkehrslärm ausgesetzt.

„Eine Wohnlage am Südring ist nicht attraktiv“, sagt auch Anderhaltens Kollege Jörg Knieling. Die Stadt müsse generell klären, wie sie langfristig an dieser wichtigen Kreuzung mit dem Verkehr umgehen wolle. Nobelstraße und Südring seien derzeit trennende Barrieren. „Nötig sind mehr attraktive Übergänge“, sagt Knieling.

An den Randlagen des Neubaugebiets aus den 60er-Jahren sehen die Planer Platz für weitere Neubauten. „Das Wohngebiet soll als Vorstadtsiedlung erhalten bleiben“, sagt Braun. Daher handele es sich bei allen Vorschlägen um Wohnbebauung. „Es kann nicht darum gehen, eine eigene Innenstadt zu etablieren“, so der Architekt.

Diese Vorstellung teilen die Mitglieder des Gestaltungsbeirats. „Es ist ein absolut logisches Ergebnis, die Ränder zu stärken und nicht die Mitte des Viertels zu verdichten“, sagt Antje Osterwold. Idealerweise sollten die ergänzenden Bauten den Stil der 60er-Jahre aufnehmen, aber für sich selbst erkennbar sein, so die Expertin.

„An dem Viertel wurde sich noch nicht städtebaulich vergangen“, sagt Klaus Petersen, Vorsitzender des Beirats. Die Idee aus den 60ern sei erst mit dem jetzt vorgelegten Entwurf wieder lesbar geworden. „Es hat sich wirklich gelohnt, dass die Stadt die städtebauliche Analyse in Auftrag gegeben hat“, sagt er. An ihr beziehungsweise der weiteren Ausarbeitung könnten sich auch mögliche Investoren orientieren. Bei den möglichen Wohnformen müssten aber die eingetretenen gesellschaftlichen Veränderungen bedacht werden, so Petersen.

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