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21. November 2017 | 13:19 Uhr

Pläne nach dem Beinahe-Aus

vom

svz.de von
erstellt am 03.Jul.2013 | 07:32 Uhr

Stadtmitte | So richtig aufatmen können die Mitarbeiter des Max-Samuel-Hauses nicht. "Ich bin nicht froh, aber ich bin erleichtert", sagt Ulrike Oschwald, Vorsitzende des Stiftungsvorstands. Nachdem das Bildungsministerium die drohende Rückforderung von 32 000 Euro zurückgenommen hat und die Höhe der diesjährigen Fördersumme mit zwar gekürzten 25 000 Euro feststeht, herrscht zumindest Klarheit. Aber: "Der Bildungsminister hat zugelassen, dass dieses Haus fahrlässig gefährdet wurde", sagt Oschwald. Denn die Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur stand kurz vor dem Aus. Zwei Mitarbeiter mussten gehen, zwei bleiben. "Es bleibt ein fader Beigeschmack", sagt Prof. Dieter Neßelmann, Kuratoriumsvorsitzender und CDU-Fraktionschef in der Rostocker Bürgerschaft.

Schau über jüdische Familie reist durch die USA

Dabei hat das Max-Samuel-Haus eigentlich gute Nachrichten parat. Denn mit der Josephy-Ausstellung ist in dem Haus am Schillerplatz gerade die erfolgreichste Schau in der Geschichte der Einrichtung überhaupt zu Ende gegangen. Der wissenschaftliche Projektleiter Frank Schröder zieht die Bilanz: "Wir hatten 3022 Besucher, 71 Schulklassen waren zu Gast. Es gab 32 Führungen." Der begleitend zur Ausstellung erschienene Katalog ist restlos verkauft. Unter anderem gingen rund 20 Exemplare an Bibliotheken weltweit. Außerdem haben viele Lehrer die Chance erkannt, durch die Josephys angeregt auch künftig Geschichtsunterricht mit einem regionalen Bezug zu gestalten, wie Schröder berichtet. "Und das ist uns immer ein wichtiges Anliegen", sagt er. Mehr als 1500 Schüler besuchten die Josephy-Ausstellung.

Mit dem Abbau der Ausstellung im Max-Samuel-Haus endet die Erfolgsgeschichte des Josephy-Projekts aber noch lange nicht. Denn die Schau über die deutsch-jüdische Familie soll auf Reisen gehen. "Wir wurden eingeladen, die Ausstellung im Jewish Cultural Center in Palo Alto zu zeigen", erzählt Schröder. Von der kalifornischen Stadt aus soll sie dann durch verschiedene jüdische Zentren in den USA wandern. Gerade wird an einer Übersetzung ins Englische gearbeitet.

"Wir haben in dieser unsicheren finanziellen Situation auch viel Wertschätzung erfahren", sagt Oschwald. Das habe allen den Rücken gestärkt. Wie die Förderung durch das Land in Zukunft aussieht, wisse sie noch nicht. Auf welcher Grundlage die Zuschusshöhe ermittelt werde, sei undurchsichtig, der Verwaltungsaufwand für die Einrichtung in freier Trägerschaft enorm. Im Juli und August bleibt das Max-Samuel-Haus für den Besucherverkehr geschlossen. Eine neue Ausstellung wird vorbereitet, dafür ist auch Archivarbeit nötig. Mit nunmehr nur noch zwei Mitarbeitern ist darum eine Sommerpause nötig.

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