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Getränkehersteller setzt 50 000 Bäume in den Boden : Pflanzzeit in Dodow

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Es ist Pflanzzeit bei der Fruchtquell Getränkeindustrie GmbH & Co. KG Dodow. Auf der neuen Plantage zwischen Wittenburg und Zarrentin werden in diesen Tagen knapp 50 000 Obstbäume gepflanzt.

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erstellt am 08.Dez.2011 | 10:47 Uhr

Hagenow | Roman Raczynski streift seine Kapuze über den Kopf und zieht die Handschuhe an. Ein kalter Wind weht über das frisch bearbeitete Ackerland bei Bantin im Westen des Kreises Ludwigslust-Parchim. Es sind nur wenige Schritte vom wärmenden Pausenwagen bis zu jener Furche, wo es weiter gehen soll: Der aus Polen stammende Arbeiter nimmt auf einer Pflanzmaschine Platz, mit der im Akkord junge Apfelbäume in den Boden kommen.

Es ist Pflanzzeit bei der Fruchtquell Getränkeindustrie GmbH & Co. KG Dodow. Das Unternehmen, das zur Riha-Gruppe und damit zu einem der größten Fruchtsafthersteller Europas gehört, bewirtschaftet 850 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche und betreibt die größte industrielle Obstbaumplantage Deutschlands. Mehr als eine halbe Million Apfel- und Hauszwetschgenbäume sowie Johannisbeersträucher gedeihen in der Region. Das Obst wird ausschließlich im eigenen Werk verarbeitet.

"Herkunft und Qualität der Rohware werden in allen Branchen immer bedeutender", sagt Fruchtquell-Geschäftsführer Frank Jehring. Kunden wollten wissen, wo die Rohstoffe angebaut werden. Da lasse sich nicht mehr alles über niedrige Preise regeln. Durch den Anbau vor Ort könnten Zwischenlagerungen und zusätzliche Transporte des Obstes vermieden werden. "Und eine schnelle Verarbeitung des Obstes im eigenen Werk in Dodow sichert einen Qualitätsvorteil, weil wertvolle Inhaltsstoffe erhalten bleiben", sagt Jehring.

Ein Drittel der Äpfel kommt von eigenen Plantagen

Mittlerweile kommt rund ein Drittel der in Dodow verarbeiteten Äpfel von eigenen Plantagen. Der Rest wird vor allem aus dem Alten Land zugekauft. Fruchtquell Dodow setze auf Nachhaltigkeit, betont Jehring: "Auf diese Weise können wir uns als zuverlässiger Lieferant behaupten und auch mit großer Transparenz nachweisen, wie unsere Rohware produziert wird." Bereits in diesem Jahr wurde wegen einer steigenden Nachfrage im Bio-Bereich eine Fläche von rund 100 Hektar auf ökologischen Anbau umgestellt.

Nur wenige Kilometer vom Werk für die Saftproduktion entfernt rattert der Traktor bereits über das Bantiner Feld. Lasergesteuert hält Thomas Witt die Spur. "Die Abstände müssen exakt sein. 5,50 Meter zwischen den Reihen, 2,50 Meter zwischen den Bäumen", sagt der Obstbauer. Das spare später unnötigen Aufwand. Zu seinem Pflanzteam gehören im Schnitt sieben Kollegen, die bei Wind und Wetter die Setzlinge aus einer thüringischen Baumschule in den Boden bringen.

Bis zum ersten Frost wird gepflanzt

"Bis zum ersten Frost müssen wir fertig sein", sagt Griseldis Dahlmann. Als stellvertretende Bereichsleiterin für den Obstanbau obliegt ihr in diesen Tagen die Kontrolle über die Pflanzung von knapp 50 000 Bäumen. Auf der neuen Plantage zwischen Wittenburg und Zarrentin, direkt an das Biosphärenreservat Schaalsee angrenzend, stehen die ersten etwa 1,50 Meter hohen Jungbäume bereits in Reih und Glied. Die Männer leisteten trotz der Kälte hervorragende Arbeit, sagt Dahlmann zufrieden.

In den vergangenen Jahren habe Fruchtquell kontinuierlich neue Anpflanzungen vorgenommen, berichtet sie. 260 Hektar Plantagefläche seien hinzugekommen. Die "Apfelblüte" - wie der Traditionsbetrieb zu DDR-Zeiten hieß - habe wieder eine Bedeutung für die Region, in der seit mehr als 50 Jahren Apfelanbau betrieben werde.

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