6. Bootsangeltreffen Warnemünde : Petrijünger küren ihre Besten

Stolz präsentiert Stefan Gnefkow (v.l.), Mitorganisator des Treffens, den Angler-Nachwuchs: den jüngsten Skipper Etienne sowie die Angler Tamo und Noah.
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Stolz präsentiert Stefan Gnefkow (v.l.), Mitorganisator des Treffens, den Angler-Nachwuchs: den jüngsten Skipper Etienne sowie die Angler Tamo und Noah.

74 Teilnehmer stechen beim 6. Bootsangeltreffen von Warnemünde aus in See. Demonstration gegen Fangquote für Hobbyfischer

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15. Januar 2018, 12:00 Uhr

Die Bedingungen mit Windstärke 5 sind schwierig gewesen, als am Sonnabend 74 Beteiligte und 24 Boote gegen 8 Uhr zum Angeln aufbrachen. Anlass war das 6. Bootsangeltreffen, das traditionell bei einem gemeinsamen Abendessen in gemütlicher Runde endete und die Besten des Tages mit einem Preis honorierte. Den größten Dorsch angelte Dr. Sven Hille, Tamo Stiemert hatte mit seinen zwölf Lenzen den größten Plattfisch am Haken und Gerd Huthwälker durfte die größte Meeresforelle mit nach Hause nehmen. „Der ablandige Wind hat uns zu schaffen gemacht, doch wir haben in sechseinhalb Stunden 80 Fische gefangen“, resümiert Mitorganisator Stefan Gnefkow das Fangergebnis der aufwendigen Handarbeit.

„Kaum zu glauben, dass man uns einer Fangquote unterstellt, wenn man bedenkt, dass ein Fischtrawler im gleichen Zeitraum mehrere Tonnen mit Schleppnetzen aus der Ostsee zieht“, lenkt der Mitorganisator die Aufmerksamkeit auf ein Thema, das die Angler beschäftigt. Diese stände in keiner Relation und die Politik solle endlich die groß angelegte Fischindustrie in die Pflicht nehmen, unterstrich Gnefkow. So nutzten die Angler die Gelegenheit, ihren Protest mit Plakaten an der Kaikante auf der Mittelmole zum Ausdruck zu bringen. Wer angelt, darf maximal nur noch fünf Dorsche pro Kopf außerhalb der Schonzeit mit nach Hause bringen. Das wären nach dieser Rechnung beim Anglertreffen 370 gewesen. Auch die Beifänge in Schleppnetzen, wie beispielsweise die Schweinswale der Ostsee, halten die Angler für unverantwortlich. „Kein Wunder, dass die Fischbestände zurückgehen, zumal die Anrainer-Staaten Dänemark, Schweden und Polen ebenfalls mit Fischtrawlern aktiv sind, was die Überfischung im Gesamtergebnis noch deutlicher mache“, sagt Gnefkow. So wurde abschließend noch viel diskutiert, dem jüngsten Skipper des Tages, Etienne Gnefkow (17), auf die Schulter geklopft sowie die drei besten Fangergebnisse ausgezeichnet.

Die Überschusseinnahmen aus dem Losverkauf der Tombola spendeten die Angler den Seenotrettern.

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