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20. November 2017 | 03:28 Uhr

Peter-Weiss-Haus putzt sich heraus

vom

svz.de von
erstellt am 11.Mär.2012 | 05:11 Uhr

Rostock | Neue Fenster, ein Café, ein Ladengeschäft, Büros und Schlafräume mit bis zu 80 Betten - vom Keller bis zum Turm soll das Peter-Weiss-Haus bis 2014 umgebaut werden. Der Inhaberverein hat seine Pläne für die traditionsreiche Immobilie in der Doberaner Straße 21 mit seinem Bauantrag im Ortsbeirat Kröpeliner-Tor-Vorstadt vorgestellt. "Bis zum 150. Jubiläum des Hauses wollen wir alles einmal angefasst haben", sagt der Vereinsvorsitzende Frank Aßmann. Er hofft auf eine Baugenehmigung noch in diesem Quartal.

Rampe erleichtert Zugang für Rollstuhlfahrer

Sobald die vorliegt, will der Verein, der das ehemalige Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft (HdF) Anfang 2009 von der Brauerei gekauft hatte, loslegen. Die 15 Mitglieder haben sich viel vorgenommen auf den insgesamt 1800 Quadratmetern. Im Erdgeschoss und Souterrain sollen Seminar- beziehungsweise Herbergsräume entstehen. "So geben wir Trägern die Möglichkeit für umfangreichere Weiterbildungsangebote in unserem Haus", sagt Aßmann. Vor allem in der Nebensaison soll das Haus so belebt werden. Gleichzeitig wird durch den Einbau einer Rampe und eines Fahrstuhls für Barrierefreiheit im denkmalgeschützten Haus gesorgt.

In der ehemaligen Garderobe wird ein kleines Geschäft eingerichtet. Hier soll der Buchladen Sequential Art Comics verkaufen. Eines der Schmuckstücke des Haues, der Möckelsaal, soll später den Charakter einer Bibliothek erhalten. "Er ist gut geeignet für Lesungen und kleinere Veranstaltungen", erklärt der Vereinschef. Gegenüber, im großen Saal, gibt es dann Konzerte. Direkt neben dem Möckelsaal wird die große Küche in ein kleineres Café umgebaut - hier wird das ganze Jahr über ausgeschenkt, auch wenn der Freigarten draußen Pause macht.

Ausflugslokal seit 1884

Mit der Gastronomie wird an die frühere Nutzung des Hauses angeknüpft. Denn schon seit 1864 wurde hier ausgeschenkt - damals im Ausflugslokal Steinbecks Keller. 1884 übernahm die Mahn & Ohlerich-Brauerei die Gaststätte und vergrößerte sie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft als Kultur- und Begegnungsstätte genutzt.

"In die Zeit fällt auch der letzte große Umbau im Haus", sagt Aßmann. Dabei entstand auch die riesige Wandkarte der Sowjetunion vom Rostocker Grafiker Jochen Bertholdt. Sie schmückt zurzeit ein Büro, das später Seminarraum werden soll. Bis alles im umgebauten Peter-Weiss-Haus irgendwann seinen Platz hat, müssen die eingemieteten Vereine innerhalb des Hauses noch öfter umziehen. Unterm Dach sollen später ihre Büros untergebracht werden, sodass das Erdgeschoss der öffentlichen Nutzung, also Seminaren, Gastronomie und Veranstaltungen vorbehalten bleibt. Hauptmieter sind zurzeit der Verein Soziale Bildung mit seiner offenen Kinder- und Jugendarbeit, das Literaturhaus, Sequential Art und die Genossenschaft Subraum, die die Bewirtung und das Veranstaltungsmanagement übernimmt und später auch das Hostel betreiben wird.

Eigenleistung spart Hunderttausende

Die geplante Nutzungsänderung sei ein Hauptgrund dafür, dass jetzt der Bauantrag gestellt werde, so der Vereinsvorsitzende. Außerdem spielen notwendige Brand- und Schallschutzmaßnahmen eine Rolle. "Wir wollen uns weiter erst auf das Innere konzentrieren. Die Kosmetik an der Außenhülle kommt später", sagt Aßmann. Der Ortsbeirat begrüßte die Pläne des Vereins, vor allem die öffentlich Nutzung - und stimmte einstimmig für den Bauantrag.

In den vergangenen Jahren hat der Verein schon in Brandschutztüren und Elektroanlagen investiert, die Damentoiletten und ein Drittel der Fenster renoviert. "Dabei haben wir gemerkt, dass wir durch Eigenleistung viel Geld sparen können", so Aßmann. Die erwarteten Gesamtkosten für den Umbau konnten so schon von 1,8 Millionen Euro auf 1,2 Millionen Euro korrigiert werden.

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