Geschichte bewahren : Paten für Exponate gesucht

Aus der Reiseandenken-Sammlung des gebürtigen Warnemünders Hans-Jürgen Buchard stammt die schiffsförmige, perlmuttfarbene Menage mit Leuchtturm und Teepavillon. Hier ist der Löffel gebrochen. Dafür entstehen Kosten von etwa 20 Euro.
Aus der Reiseandenken-Sammlung des gebürtigen Warnemünders Hans-Jürgen Buchard stammt die schiffsförmige, perlmuttfarbene Menage mit Leuchtturm und Teepavillon. Hier ist der Löffel gebrochen. Dafür entstehen Kosten von etwa 20 Euro.

Das Heimatmuseum Warnemünde will mithilfe von Förderern Ausstellungsstücke restaurieren lassen.

svz.de von
15. November 2014, 10:00 Uhr

Die Verleger Matthias Redieck und Achim Schade haben dem Heimatmuseum Warnemünde gestern 200 Euro gespendet. Das Geld stammt aus einer Lesung. Die Spende bildet den Auftakt für ein neues Anliegen. „Wir haben viele tolle Stücke, aber einige sind restaurierungsbedürftig“, sagt Museumsleiterin Kathrin Möller. So entstand die Idee, Paten für bestimmte Exponate zu suchen.

Das Geld der Verleger fließt in die Restauration einer Hutschachtel aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der Deckel zeigt ein Brautpaar, darunter steht: „Gott mit uns allen“, unten ist ein Vogel abgebildet. Die Zarge schmückt ein Tulpenband mit kleinen roten Blüten und Rankmotiven.

Bei einigen Ausstellungsstücken reicht eine kleine Spende, wie bei einem gebrochenen Löffel von einer schiffsförmigen Menage. Sie stammt aus der Reiseandenken-Sammlung vom gebürtigen Warnemünder Hans-Jürgen Buchard, der später in Westberlin gelebt hat. Er ging seiner Heimatsehnsucht mit einem besonderen Hobby nach: Auf Trödelmärkten sammelte er Reiseandenken mit Warnemünde-Motiven.

Die Verschönerung des Löffels koste laut Möller etwa 20 Euro. Kostenintensiver seien andere Restaurationen: Im Fundus befindet sich ein stark beschädigtes Frauenjäckchen aus der Zeit um 1900, das als Kamisol bezeichnet wird. „Das war ein mit Ärmeln versehenes oder ärmelloses Oberteil“, erklärt die Museumsleiterin. Es ging als kurze Schoßjacke in Frauentrachten mancher Gegenden ein. „Diese Restauration ist kostspielig, da muss man mit 1000 Euro rechnen“, sagt Möller. Sie möchte das Exponat gern in die Hände der Papier- und Textilrestauratorin Susanne Buch geben. Doch vorher braucht sie einen Paten.

Künftig soll eine Liste der restaurierungsbedürftigen Ausstellungsstücke erstellt werden. So kann jeder sehen, ob und mit wie viel Geld er aushelfen kann oder möchte. „Einen Etat für Anschaffungen und Reparaturen haben wir nicht“, sagt Möller. Und deshalb helfen solche Patenschaften dem Museum sehr“, ergänzt sie.

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