Pastor ratlos: Grabschänder in Kessin

Schändung von Gräbern: Pastor Lutz Breckenfelder ist entsetzt über das sinnlose Wüten.Georg Scharnweber
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Schändung von Gräbern: Pastor Lutz Breckenfelder ist entsetzt über das sinnlose Wüten.Georg Scharnweber

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02. November 2012, 09:32 Uhr

Kessin | Als Pastor Lutz Breckenfelder gestern Morgen den Friedhof in Kessin betritt, steht ihm die Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben: Zwei Denkmäler sind umgestoßen und zwei Gräber völlig verwüstet worden. "Die Täter müssen mutwillig und völlig aggressiv vorgegangen sein", so der Pastor. "Die Bepflanzung auf den Gräbern wurde zerstört, die Grabsteine wurden umgestoßen. So etwas habe ich noch nicht erlebt."

Alte kunstvolle Grabsteinkreuze wurden ebenso geschändet wie zwei Gräber. "Bei den Grabsteinkreuzen handelt es sich um reine Kunstwerke, die als Denkmäler den Friedhof schmücken. Die Gräber sind vor einigen Jahren ausgehoben worden", erklärt Breckenfelder. Bei den anderen Ruhestätten ist unter anderem ein Familiengrab betroffen. Dabei wurde eine Vierfach-Grabstelle demoliert. Der Grabstein wurde umgerissen und die Bepflanzung ruiniert.

Trotz der Tatsache, dass der Friedhof an einer befahrenen Straße liegt, konnten die Täter unbemerkt vorgehen. "Es müssen mindestens zwei Täter gewesen sein. Kinder waren es nicht. Dafür war die Tat zu brutal", vermutet der Pastor. Die Unbekannten haben auf dem gesamten Friedhof gewütet. Die Denkmäler und Gräber liegen weit auseinander. Fuß- und Fahrradspuren zeigen dabei, welchen Weg die Täter genommen haben müssen. Die Grausamkeit des Verbrechens erschüttert den Pastor sehr: "Es ist einfach nur eine Ungeheuerlichkeit."

Der Geistliche hofft nun, dass die Täter schnell gefasst werden, denn Grabschändung ist kein Kavaliersdelikt. Sowohl für die gemeinschaftliche Sachbeschädigung an den Denkmälern als auch für die Störung der Totenruhe können die Täter laut Rostocker Staatsanwaltschaft mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer hohen Geldstrafe belangt werden.

Anzeige gegen Unbekannt hat Breckenfelder bereits erstattet. "Grabschändung ist keine Bagatelle. Wer Hinweise zur Tat hat, kann sich im Pfarramt oder bei der Polizei melden." Kontakt: Pfarramt Kessin Telefon: 038208/615 15

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