Zentrum für Kirchliche Dienste : Pastor Jeremias legt sein Amt nieder

„Ich habe es hier gut gehabt“, sagt Tilman Jeremias. Bewusst wolle er sich künftig aber raushalten, um den Weg für seine Nachfolger zu ebnen. Er wird mit Frau und Kindern in Rostock wohnen bleiben.
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„Ich habe es hier gut gehabt“, sagt Tilman Jeremias. Bewusst wolle er sich künftig aber raushalten, um den Weg für seine Nachfolger zu ebnen. Er wird mit Frau und Kindern in Rostock wohnen bleiben.

Theologe wechselt zum 1. September zum Zentrum für Kirchliche Dienste. Nachfolge in der Innenstadtgemeinde noch offen.

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26. August 2016, 12:00 Uhr

Am Sonntag hält Pastor Tilman Jeremias seinen letzten Gottesdienst in der Evangelisch-Lutherischen Innenstadtgemeinde Rostock ab. Der 50-Jährige legt sein Amt nieder. Er wechselt zum Kirchenkreis Mecklenburg, wird ab 1. September dort Pastor für Mission und Ökumene.

„Ich gehe nicht weg, weil es mir in der Gemeinde nicht gefällt“, sagt der Pastor, „sondern weil ich 50 Jahre alt geworden bin und bereits seit 13 Jahren hier bin.“ Eine neue Aufgabe reize ihn, Gemeindepastor war er mehr als 20 Jahre lang und sehr gern. „Aber ich kann auch loslassen.“ Beim Kirchenkreis wird er verantwortlich sein für die Kontakte zu Partnerkirchen – in Kasachstan, Rumänien, England, den USA, Tansania, den Niederlanden. Er wird den Austausch und Besuche organisieren, Projekte für Kasachstan und Rumänien. Seit Längerem engagiert er sich für den interreligiösen Dialog – das Gespräch mit Judentum und Islam. „Ich freue mich auf die Reisen, zu sehen, wie Menschen in anderen kulturellen Zusammenhängen ihre Religion leben.“ Von Christen in anderen Ländern ließe sich besonders viel lernen – das Glaube gut funktioniert in materiell äußerst begrenztem Leben. In Tansania sei ein unmittelbarer sehr fröhlicher Gottesglauben zu erleben. „Diese Begeisterung fehlt uns vielleicht manchmal.“ Den Ausdruck Mission in seiner neuen Positionsbezeichnung versteht er nicht im alten Sinne, sondern synonym für Austausch und Begegnung. „Es ist eine sehr reizvolle Aufgabe“, sagt Jeremias. Mit drei anderen Kollegen, einem Pastor für Flüchtlingsarbeit und zwei Referentinnen, wird er im Rostocker Zentrum für Kirchliche Dienste im Team arbeiten. Die Gemeinschaft ist auch das, was er an der Innenstadtgemeinde immer geschätzt habe. „Ich werde sie vermissen“, sagt der 50-jährige Vater dreier Kinder, die vielen Kontakte zu verlässlichen lieben Menschen. Jeremias kommt aus der Region München, hat in Schwaan gearbeitet und 2003 begonnen, sich in die fünf Jahre zuvor fusionierte Gemeinde einzufinden. Leicht sei das nicht immer gewesen. „Aber es hat sich bewährt.“

Mit Pastor Scholl bekam er nach der Pensionierung von Henry Lohse einen geschätzten Kollegen. Es seien viele Schultern, die die Arbeit tragen, tolle Kollegen. Er erinnere sich gern an die Zusammenarbeit, an Gottesdienste außerhalb der Kirche – zu Ostern auf dem Autoscooter, dem Pfingstmarkt, der Hanse Sail. „Es ist mir eine Freude und ein Bedürfnis, dass wir uns als Kirche nicht verkriechen“, sagt Jeremias. Es sei ihm wichtig, dass Christen sich wehren gegen die Tendenz, Religion, auch den Islam, generell zu verteufeln.

Ein Nachfolger für Jeremias ist noch nicht gefunden. Das Bewerbungsverfahren läuft bis Ende August, bis Oktober sind Vorstellungsgespräche, dann wählt die Gemeinde. Am 1. Februar könnte ein neuer Pastor oder eine Pastorin anfangen. Bis dahin unterstützt Henry Lohse Pastor Scholl in den Gottesdiensten.

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