Party endet mit Gas-Attacke

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22. Juni 2012, 08:41 Uhr

Stadtmitte | Augen- und Schleimhautreizungen, Übelkeit - so ist in der Nacht zu gestern für den Betreiber der Storchenbar und zwei seiner Gäste der Kneipenabend zu Ende gegangen. Sie wurden Opfer einer Gasattacke. Eine 24-Jährige und ihr 29-jähriger Begleiter wurden dabei verletzt. Von den Tätern fehlt noch jede Spur. Gleich nach dem Vorfall um 3.15 Uhr rückten mehrere Polizeiwagen, neun Feuerwehrautos, ein Notarztwagen und drei Rettungswagen zur Bar in der Steinstraße aus. Die Polizei sicherte Spuren am Tatort.

Der Inhaber der Bar, Lutz Henzel, erinnert sich genau: Um Mitternacht habe er seine Kellnerin nach Hause geschickt, es war wenig los. Anke Rackow, die öfter in der Storchenbar singt, war mit ihrem 29-jährigen Bekannten noch da.

"Als wenn man Sand in den Augen hat"

Dann kamen drei Männer in schwarzen Anzügen rein, bestellten Bier. "Einer wollte gleich ein Taxi, das hab ich ihm bestellt", sagt Henzel. Als die anderen beiden Männer gehen wollten, kamen zwei Frauen. "An die haben die sich dann drangehängt." Die Frauen tranken sieben oder acht Mojitos, lachten mit den Männern. Henzel spielte ihnen Musik nach Wunsch. Als der Morgen schon anbrach, orderten die Männer die Rechnung - etwa 67 Euro. Zwei Bier kamen noch hinzu, patzig schob einer der Männer einen Fünf-Euro-Schein über den Tresen. "Es gab allerdings keinen Streit", sagt der Wirt. Um so überraschender war für ihn, was danach geschah: Anke Rackow ging noch mal zur Toilette, kreuzte auf dem Rückweg auch den Weg der beiden Pärchen, die die Bar verließen. Ihr Bekannter beobachtete, wie einer der beiden etwas versprühte. Und plötzlich brannten Rackow die Augen. "Mir wurde extrem schlecht." Später habe sie sich übergeben müssen. Henzel und dem Gast ging es ähnlich. "Das war, als wenn man Sand in den Augen hat", beschreibt er.

"Dann hab ich geistesgegenwärtig ,Raus!’ geschrien." Sie flohen aus dem Laden, Henzel bekam die Augen kaum noch auf, aber er rief mit dem Handy die 110. "Es war ein Schockzustand", sagt er. Die Verletzten wurden im Rettungswagen versorgt. Die Feuerwehr verlegte eine Dekontaminationssperre und nahm in Schutzanzügen Luftproben. Die Proben gingen zur Auswertung ins Labor. "Es konnte nichts Gesundheitsgefährdendes mehr nachgewiesen werden", sagt Polizeisprecherin Yvonne Hanske. Wahrscheinlich sei es nur eine größere Menge Pfefferspray gewesen. Jetzt sucht die Polizei nach den Tätern. Die Storchenbar konnte problemlos wieder öffnen. Doch die Frage nach dem "Warum" bleibt für den Bar-Besitzer.

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