Verwaldung : Parks werden zum Problemfall

Im Mönnichpark bereitet wilder Ahorn den Mitarbeitern des Grünamtes Sorgen, er verdrängt Kleinsträucher.
Im Mönnichpark bereitet wilder Ahorn den Mitarbeitern des Grünamtes Sorgen, er verdrängt Kleinsträucher.

Das Amt für Stadtgrün fehlt es an Geld und Personal für die Pflege. Nun wechseln immer mehr Anlagen in den Status Wald – mit Folgen.

von
14. März 2014, 12:00 Uhr

Die Hansestadt ist grün – zu grün: Weil das Amt für Stadtgrün überlastet ist, ist aus drei Rostocker Parks bereits offiziell Wald geworden. Betroffen sind der Mönnichpark in Gehlsdorf, der Wossidlopark in Brinckmansdorf und der Arankapark in Warnemünde. In vier weiteren Anlagen – Park an der Mühle, Kringelgrabenpark, Barnstorfer Anlagen und Park am Fischerdorf – werden derzeit einige Teilflächen als Wald eingestuft. Ähnliche Tendenzen gibt es beispielsweise in den Wallanlagen.

„Um der Verwaldung entgegenzuwirken, müssten zusätzliche finanzielle Mittel in Höhe von jährlich 100 000 Euro bereitgestellt werden“, heißt es in einer Stellungnahme der Verwaltung. Das Geld werde unter anderem für die Gehölzpflege benötigt. Bis dahin gilt laut Verwaltung für die Rostocker: „Die Nutzungsmöglichkeiten und -bedingungen zwischen Wald und Park sind grundsätzlich andere.“ Typische Parkanlagen wie Spielplätze, Liegewiesen, Sportflächen, technische Ausstattung und Wege seien in Wäldern nicht üblich. Für sie müsse andernfalls ein Ausgleich geschaffen werden.

Statt Erholung und Gesundheit der Bevölkerung zu fördern, seien in Wäldern die nachhaltige Erhaltung und Mehrung des Bestandes oberstes Gebot. Zudem tritt dort der gesetzliche Baumschutz außer Kraft und der Besitzer haftet nicht für natur- und waldtypische Gefahren durch Bäume oder den Zustand von Wegen. Es gilt daher: Betreten auf eigene Gefahr.

„In einigen Parkanlagen wird der wertvolle vorhandene Gehölzbestand aufgrund fehlender Kapazitäten in der Pflege und Unterhaltung vernachlässigt“, schreibt die Verwaltung. Fremde und unerwünschte Pflanzen könnten sich ungehindert ausbreiten. Im Mönnichpark etwa macht sich seit Jahren wild wachsender Ahorn breit. Folge sei die Entwicklung der Anlagen zum „Wald nach Landeswaldgesetz“. Dabei seien „Parkanlagen von herausragender Bedeutung für das gesamtstädtische Grünsystem“. Unter anderem dienten sie als klimatisch-ökologischer Stabilisator der Stadtumwelt sowie den kulturellen und sportlichen Freizeitinteressen der Einwohner.

Derzeit bewirtschaftet das Amt für Stadtgrün mehr als 850 Hektar – zu viel für das Personal. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre ist seine Zuständigkeit um jährlich rund 30 Hektar gewachsen. Die arbeitsaufwändigen Parkanlagen machen heute knapp ein Fünftel der Gesamtfläche aus.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen